Altersvorsorge Neue Ideen für die „Deutschland-Rente“ vorgestellt

Einer der Ideengeber der

Einer der Ideengeber der "Deutschland-Rente": der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne)

Eine verbesserte Riester-Rente - das ist der Vorschlag, den die drei hessischen Minister Tarek Al-Wazir (Grüne, Wirtschaftsminister), Stefan Grüttner (CDU, Sozialminister) und Thomas Schäfer (CDU, Finanzminister) jetzt vorgelegt haben. Die drei Politiker haben Ende vergangener Woche ein Konzept vorgestellt, das Lücken im deutschen Rentensystem schließen soll. Al-Wazir, Grüttner und Schäfer wollen damit ihren Vorschlag einer „Deutschland-Rente“ mit Leben füllen. Diesen hatten die drei Politiker Ende 2015 zur Sprache gebracht.  

Das System der ergänzenden Altersvorsorge durch Arbeitgeber und auf privater Basis werde zu wenig in Anspruch genommen, stellen die Autoren fest. Grund dafür seien zum einen die komplizierten staatlichen Zulageverfahren. Zum anderen scheuten vor allem junge Menschen und Menschen mit einem geringen Einkommen auch die Kosten einer zusätzlichen Altersvorsorge: Viele der heute angebotenen Riester-Produkte seien zu teuer, bemängeln die Autoren. Hinzu komme das angekratzte Image des klassischen Riester-Konzepts, das in letzter Zeit viel Kritik einstecken musste.

Im Rahmen der „Deutschland-Rente“ solle ein „kostengünstiges und einfaches Standardprodukt durch einen staatlich organisierten Fonds“ geschaffen werden, werben die drei Minister in ihrem Vorschlag. Die Deutschland-Rente solle das System der Riester-Rente verbessern und dafür die Arbeitgeber in die Pflicht nehmen.

Kernstück des Vorschlags ist, die private Altersvorsorge nicht mehr bloß nach einem „Opt-In“-Verfahren anzubieten: Bisher müssen sich Verbraucher aktiv für eine zusätzliche Altersvorsorge entscheiden. Das Konzept „Deutschland-Rente“ sieht dagegen ein „Opt-Out“-Modell vor: Verbraucher, die noch nicht anderweitig ausreichend vorgesorgt haben, werden standardmäßig in die Vorsorge aufgenommen. Sie können dem allerdings widersprechen.