Amtseinführung des 45. Präsidenten Was ein US-Präsident Trump für die Immobilienmärkte bedeutet

Amtseinführung des 45. Präsidenten: Was ein US-Präsident Trump für die Immobilienmärkte bedeutet

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Es fällt zurzeit schwer, einen nüchternen Blick auf die Vereinigten Staaten zu werfen. Nach Barack Obamas letzter, emotionaler Rede ist die Bühne frei für einen Präsidenten, der vor Amtsantritt für mehr Schlagzeilen gesorgt hat als alle seine Vorgänger. Seit dem 20. Januar ist Donald Trump der 45. Präsident der USA – ein politischer Quereinsteiger, aber ein ausgewiesener Immobilienspezialist. Wie wird sich die US-amerikanische Wirtschaft unter Trump entwickeln und welche Auswirkungen wird das auf die Branche haben?

Besonders aus einer klassisch-europäischen Sichtweise heraus mag es schwerfallen, mit einem protektionistisch orientierten Politiker warm zu werden, der die eigene Bevölkerung massiv in den Fokus setzt und auch in Richtung Deutschland zu populistischen Aussagen neigt. Die zahlreichen Medienberichte über Trump als Person tragen ihr Übriges zur allgemeinen Verunsicherung bei – seien es die Gerüchte über kompromittierendes Material aus Russland oder die Anstellung seines Schwiegersohnes als Senior Advisor. Innerhalb der USA sanken die Umfragewerte vor dem Amtsantritt – Mitte Januar genoss Trump den Rückhalt von weniger als 40 Prozent aller Bürger. Gerade für Unternehmer und Investoren ist es allerdings wichtig, sich nicht von persönlichen Sympathien leiten zu lassen, sondern die wirtschaftlichen Zukunftsfaktoren objektiv zu analysieren. Wer das tut, kommt zu dem Schluss: Die starke ökonomische Ausgangssituation des Landes in Verbindung mit den angekündigten wirtschaftspolitischen Impulsen durch massive Investitionen in die Infrastruktur sowie signifikante Steuersenkungen sprechen für eine weitere positive Entwicklung der US-Wirtschaft. Dies wird sich stimulierend auf den US-amerikanischen Immobilienmarkt auswirken. Auch ein zu erwartender Zinsanstieg wird die positiven Effekte nicht neutralisieren können.

Trump trifft auf eine gute, aber nicht ungetrübte Ausgangslage

Barack Obama verlässt ein bestelltes Haus. Das zeigen die wichtigen Indikatoren der Beschäftigungs- und Wirtschaftszahlen. Der Dow Jones dotiert knapp unter der 20.000er-Marke, die Unternehmen expandieren: Im vergangenen Jahr sind insgesamt 2,16 Millionen Arbeitsplätze in den Staaten entstanden – durchschnittlich rund 180.000 pro Monat. Die Arbeitslosenquote lag mit 4,7 Prozent im Dezember 0,1 Prozentpunkte unterhalb der Grenze, die die FED als natürliche Arbeitslosenquote ansetzt. Die Vereinigten Staaten haben beste Voraussetzungen, im Verlauf des Jahres 2017 Vollbeschäftigung zu erreichen. Die Löhne ziehen ebenfalls an – von November 2015 bis November 2016 um 2,9 Prozentpunkte.

Die langfristige Entwicklung verspricht Positives: Während der gesamten Regierungszeit von Barack Obama wurden in den USA 11,3 Millionen Arbeitsplätze geschaffen, das Pro-Kopf-BIP stieg zwischen 2009 und 2016 von 46.900 auf 57.300 Dollar. Einer der Motoren für diese Entwicklung ist der Anstieg des Bevölkerungswachstums, eines ihrer Resultate ist der steigende Bedarf der US-Amerikaner an Immobilien. Die steigenden Löhne haben das Potenzial, für einen Inflationsschub zu sorgen. Dieser könnte bewirken, dass die nächsten Zinsschritte der FED schneller als bisher erfolgen. Zuletzt hatte die FED den Leitzins im Dezember um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5 bis 0,75 Prozent erhöht. Auch die von Trump geplanten Importzölle könnten, in Form von steigenden Preisen, die Inflation weiter vorantreiben.