Analyse-Bezahlung Mifid II und US-Regeln widersprechen sich

Wall Street: Werden US-Banken ihre Analysen an europäische Vermögensverwalter verkaufen können? | © Getty Images

Wall Street: Werden US-Banken ihre Analysen an europäische Vermögensverwalter verkaufen können? Foto: Getty Images

Die neue Richtlinie der Europäischen Union (EU) sagt aus, dass Banken ihre Analysen separat von Broker-Diensten in Rechnung stellen müssen. Doch genau das steht im Gegensatz zu dem, was in den USA gilt. Dort ist ein solcher Ansatz verboten, es sei denn, eine Bank lässt sich als Investmentberater registrieren.

Das ist aber etwas, was amerikanische Banken vermeiden wollen, da es eine Art Fürsorgepflicht gegenüber Kunden schafft und sie im Handel einschränkt, berichteten zwei informierte Personen, die mit der Lage vertraut sind.

"Signifikante operative und Kosten-Probleme"

„Das Einhalten der Anforderungen aus einer Fürsorgepflicht, die gelten würde, führt zu sehr signifikanten operativen und Kosten-Problemen“, sagt William Yonge, Partner in London bei der Anwaltskanzlei Morgan Lewis. „Das ist eine unverhältnismäßige Lösung, um Geld von EU-Managern anzunehmen, die unter Mifid II kaum Analysen von ihren Broker-Dealern bekommen werden.“

Die breite aufsichtsrechtliche Neuornung in der EU tritt am 3. Januar nächsten Jahres in Kraft. Damit will die Region die Transparenz auf den Finanzmärkten verbessern - eine Reaktion auf die globale Finanzkrise von 2008. Mifid II enthält eine ganze Reihe von Vorgaben für den Finanzsektor, doch die Änderungen dazu, wie Analysen geteilt und bezahlt werden, zählen zu den umstrittensten.