Studie zur Inflation Rendite-Vergleich gegenüber Geldmarkt: „Nur Aktien schützen vor realem Geldverlust“

Lutz Neumann, Sutor Bank

Trotz Niedrigzinsphase setzen deutsche Sparer vor allem auf Produkte des Geldmarkts wie Spar-, Sicht- und Termineinlagen. Ein Vergleich der Renditen gegenüber dem Aktienmarkt der letzten 30 Jahre durch die Hamburger Sutor Bank, der erstmals auch die Inflation berücksichtigt, zeigt: Wer zu einem beliebigen Zeitpunkt ab Anfang 1987 am Geldmarkt anlegte und bis Ende Dezember 2016 investiert blieb, erlitt inflationsbereinigt jedes Jahr einen Verlust. Wer dagegen in gleicher Weise in die Aktien des deutschen Leitindex Dax investierte und bis Ende Dezember 2016 investiert blieb, erzielte jedes Jahr einen positiven Ertrag.

Stetig steigende Vermögensverluste 

Wie die Statistiken der Deutschen Bundesbank zeigen, haben die Deutschen rund 40 Prozent ihres Geldvermögens in Spar-, Sicht- und Termineinlagen angelegt. Nimmt man die Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionskassen sowie Bargeldbestände hinzu, sind rund 80 Prozent des Vermögens in niedrig bis kaum verzinsten Anlageformen investiert.

„Die deutschen Sparer sind sich der Bedeutung der Inflation für ihr Sparergebnis nur unzureichend im Klaren. Viele Sparer schauen in der Regel lediglich auf die Zinssätze bei Banken und anderen Anbietern – die Betrachtung der Inflation bleibt jedoch außen vor“, sagt Lutz Neumann, Leiter Vermögensberatung der Sutor Bank.

„Wer Produkte des Geldmarkts wie etwa Fest- oder Tagesgeld bereits seit längerem als Anlage nutzt, hat in den letzten Jahren trotz niedriger Inflationsraten stetig steigende Vermögensverluste hinnehmen müssen“, erklärt Neumann. Ausschlaggebend dafür seien die in den vergangenen Jahren kontinuierlich gefallenen Zinsen.

Renditen am Geldmarkt 1981-2016 (inflationsbereinigt): 

Quelle: Sutor Bank, Deutsche Bundesbank Grafik: Sutor Bank

Wer 30 Jahre lang von Anfang 1987 bis Ende Dezember 2016 am Geldmarkt investiert war, erlitt inflationsbereinigt einen Verlust von -0,2 Prozent pro Jahr. Zwar lagen die Renditen am Geldmarkt in einigen Jahren im Plus – beispielsweise durchgehend in den Jahren von 1998 bis 2003 zwischen 0,2 und 2,9 Prozent; zuletzt 2008 mit 2,2 Prozent –, doch auf lange Sicht machen sich Niedrigzinspolitik und Inflationsrate bei der Rendite negativ bemerkbar. Ganz gleich, zu welchem Zeitpunkt ein Anleger ab Anfang 1987 in den Geldmarkt investierte und dies bis Ende Dezember 2016 auch blieb – er machte jedes Jahr einen Verlust.