Analyse-Tool für geschlossene Fonds: „Weniger Bauch, mehr Hirn“

Peter Mair

Peter Mair

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DAS INVESTMENT.com: Woher kam die Idee für Fonds-Expert? Peter Mair: Talonec Business Solutions wurde 1982 als Immodata gegründet und entwickelt schon seit fast 30 Jahren Software für dem Markt geschlossener Fonds. 1987 gab es die erste von uns mit angestoßene Initiative, mithilfe einer konsequenten Datenaufnahme über die Fondslaufzeit die Prospektprognosen kontrollieren zu können. Üblich war es doch, dass ein Fonds nur in der Emissionsphase entsprechend wahrgenommen wird – läuft er dann über 10, 15 oder 20 Jahre, gerät der Soll-Ist-Vergleich leicht aus dem Blickfeld. DAS INVESTMENT.com: Aber so richtig landen konnten Sie 1987 mit Ihrer Initiative noch nicht. Mair: Es war Usus, dass viele Vermittler mit individuellen Excel-Listen versuchten, sich einen Überblick zu verschaffen. Da wurde mit einem Wahnsinnsaufwand eingepflegt, was man an Performancezahlen und Leistungsbilanzen bekommen konnte – das gilt für etliche im Markt übrigens heute noch. Das ist eher gefühlte Transparenz, mit einem echten Einblick hat das wenig zu tun. Professionelle Transparenz wird jetzt aber durch die Marktregulierung Pflicht, und das spielt uns in die Karten. Darum haben wir vor zwei Jahren begonnen, unsere Software zu entwickeln, die durch die aktuelle Entwicklung befördert stark nachgefragt wird. DAS INVESTMENT.com: Wie tief gehen Sie bei der Analyse? Mair: So weit wie noch keiner vor uns. Sie können sich über rund 12.000 Fonds, die von 1.400 Initiatoren aufgelegt worden sind, sekundenschnell, interaktiv und mit wenigen Klicks genauen Aufschluss über die Performance verschaffen. Zusätzlich können Sie den Fonds in seinem Konkurrenzumfeld anschauen, zusätzlich auch einzelne Assetklassen oder den Gesamtmarkt betrachten. Benchmarks zu definieren ist so ein Kinderspiel. Alle Ergebnisse sind übrigens auch über Diagramme grafisch darzustellen, was die Information konkretisiert. DAS INVESTMENT.com: Ein eigenes Fondsrating leiten Sie aber nicht ab. Mair: Nein, aus gutem Grund. Wir liefern zwar alle Zahlen und Fakten, diese muss aber der Nutzer als Marktkenner selbst für sich bewerten. Die Entscheidung für oder gegen eine Investition können und wollen wir ihm nicht abnehmen. Oftmals läuft es doch so, dass das Bauchgefühl entscheidend ist und weniger objektive Sachverhalte. Das kann dann im Nachhinein ärgerlich sein, und hier bieten wir die nötigen Fakten, um eine Entscheidung zu untermauern. Als Motto könnte gelten: Weniger Bauch, mehr Hirn. Das trifft auch für Emissionshäuser zu, denen wir zum Beispiel eine Hilfestellung für die Produktkonzeption an die Hand geben. Das INVESTMENT.com: Inwiefern? Mair: Einerseits haben Initiatoren einen sofortigen Überblick über den kompletten Markt, über einen Mitbewerber oder eine bestimmte Assetklasse, andererseits hat er über eine Inhouse-Lösung die Möglichkeit , kalkulierte Prognosewerte für einen neuen Fonds mit erreichten Echtzahlen zu vergleichen. Und ich stelle mal die provokative Frage, ob so manches Emissionshaus eigentlich wirklich ganz genau weiß, wie seine Schiffs- oder Immobilienfonds im Marktvergleich laufen und wie seine Gesamtperformance im Vergleich aussieht. Das ist jetzt möglich.