Anbindung an Euro Die Dänische Krone gerät unter Druck

Der „Nyhavn“ ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. | © Foto: Alexander Klaus / <a href='http://www.pixelio.de/' target='_blank'>pixelio.de</a>

Der „Nyhavn“ ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Foto: Foto: Alexander Klaus / pixelio.de

„Es zeigt sich, dass Länder mit starken Bilanzen es weiterhin schwer haben werden, ihre Währungen gegenüber dem Euro schwach zu halten“, erklärt Arne Lohmann Rasmussen, Leiter Analyse Fixed Income bei Danske Bank in Kopenhagen. „Das wird den Aufwertungsdruck auf die dänische Krone noch verstärken.“

Die dänische Währung stieg am Freitag zum Euro und erreichte auf Schlusskurs-Basis den höchsten Wert zum Euro seit dem 20. März. Um 9.14 Uhr kostete ein Euro in Kopenhagen 7,4351 Kronen. Die Zentralbank strebt 7,46038 Kronen je Euro an, innerhalb einer Bandbreite von 2,25 Prozent. In der Praxis hat sie dazu tendiert, die Ausschläge nicht größer als 0,1 Prozent werden zu lassen.

Der Schritt der Tschechen am Donnerstag, die Anbindung der tschechischen Krone an den Euro freizugeben, kam nicht als verheerender Schock für die Devisenmärkte. Anders war das im Januar 2015, als die Schweiz ihren Mindestkurs für den Euro aufhob. Aber die Freigabe der tschechischen Krone ist eine Erinnerung daran, dass es ein schwerer Kampf ist, die Marktkräfte zu zügeln.

Für Dänemark spricht:

  • Historisch gesehen haben sie immer gegen Spekulanten gewonnen, wenn die Zentralbank getestet worden ist
  • Die Zentralbank hat erklärt, sie sei bereit, unbegrenzt Kronen zu drucken, um den Markt zu fluten und Spekulanten zu vertreiben
  • Dänemarks Währungsregime ist eine bilaterale Anbindung mit der Zustimmung der EZB

Gegen Dänemark spricht:

  • Der große und wachsende Leistungsbilanz-Überschuss, der sich 10 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) nähert
  • Eine gewaltige Pensionsfonds-Branche, die das BIP in den Schatten stellt und die Nachfrage nach in Kronen denominierten Anlagewerten schafft, um die in Kronen anstehenden Verbindlichkeiten abzudecken
  • Perioden mit aggressiven Markt-Opportunismus

„Schwarzer Schwan“ droht

„Zuerst hat die Schweiz ihre Anbindung an den Euro aufgegeben, jetzt die Tschechen, und damit bleibt Dänemark als eines der wenigen Länder mit einer angebundenen Währung übrig“, sagt Rasmussen von Danske Bank.

Der Volkswirt erwartet nicht, dass dies eine neue spekulative Welle gegen Dänemarks Währungsregime auslösen wird - wie damals, nachdem die Schweiz ihre Franken-Deckelung aufgab.

Aber: „Es wird mehr Investoren geben, die auf Dänemark als ein mit AAA-benotetes Land blicken, wo man auf langfristige Papiere etwas höhere Zinsen als im Euroraum bekommt - und gleichzeitig kauft man eine Schwarzer-Schwan-Absicherung für den Fall, dass die Wahlen in Frankreich mit einer Beschädigung der Eurozone enden.“