5-Punkte-Plan So finden Anleger den richtigen Investmentfonds

Andreas Görler ist Senior Wealthmanager bei Wellinvest Pruschke & Kalm in Berlin.

Andreas Görler ist Senior Wealthmanager bei Wellinvest Pruschke & Kalm in Berlin.

Prioritäten setzen: Die persönlichen Ziele und Wünsche und der notwendige Zeithorizont legen fest, welche Fondsart überhaupt infrage kommt. Auch der beste Aktienfonds ist nicht dafür geeignet, einen Kredit abzulösen, der im nächsten Jahr fällig wird. Hier sollte auf Rendite verzichtet und ein geldmarktnahe Anlage gewählt werden. Weiterhin sollte keine hohe Korrelation zu anderen Produkten bestehen, die bereits im Portfolio vorhanden sind.

Kursentwicklung in Schwächephasen beachten: Der erste Blick fällt meist auf die historische Wertentwicklung, die Performance. Hier geht es darum, wie sich ein Fonds im Vergleich zum Gesamtmarkt in der gleichen Zeiteinheit entwickelt hat und wie vergleichbare Fonds gelaufen sind. Vor allem sollte man sich anschauen, wie sich der Fonds in Schwächephasen – zum Beispiel während der Finanzkrise – entwickelt hat. Bei Mischfonds mit hohem Rentenanteil oder bei reinen Rentenfonds ist zu bedenken, dass sich das Zinsgefüge deutlich geändert hat. Die Erträge der Vergangenheit lassen sich wohl nicht wiederholen.

Kosten sollten nicht über dem Marktdurchschnitt liegen: Was ein guter Investmentfonds kosten darf, hängt von der gewählten Fondsgruppe ab. Während bei geldmarktorientierten Fonds, insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase, nur geringe Kosten tolerierbar sind, muss man bei aktiven vermögensverwaltenden Ansätzen schon mal mit Gesamtkosten von mehr als zwei Prozent im Jahr rechnen. Die Kosten sollten in etwa dem Marktdurchschnitt für das gewählte Segment entsprechen. Sie werden in der Gesamtkostenquote (TER) abgebildet.

Auf niedrige Volatilität achten: Die Volatilität gibt darüber Auskunft, wie hoch die Schwankungsbreite in einem Beobachtungszeitraum war. Erreichen mehrere Fonds aus dem gleichen Segment eine ähnliche Rendite, sollte man das Produkt wählen, dass den Ertrag mit einer geringeren Volatilität erreicht hat. Im Zusammenhang mit der Volatilität sollte auch ein Blick auf den maximalen Verlust geworfen werden, der in der gewählten Zeiteinheit eingetreten ist.

Weitere wichtige Kennzahlen sind: Die sogenannte Sharpe Ratio gibt Auskunft, ob eine Überrendite gegenüber einer risikolosen Geldanlage erreicht wurde. Eine Sharpe Ratio über 1 ist ein positives Signal. Ein Wert kleiner Null zeigt dagegen an, dass noch nicht einmal die Geldmarktverzinsung übertroffen wurde. Das Alpha bezieht sich dagegen auf die Benchmark eines Fonds und gibt an, um wie viel die Wertentwicklung des Fonds von der des Vergleichsindex abweicht. Ist diese Zahl positiv, wurde eine bessere Performance erzielt, als bei einem Investment in den Vergleichsmarkt.