Anleger aus Schwellenländern rechnen mit 18 Prozent Rendite in den nächsten zehn Jahren

Mark Mobius

Mark Mobius

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Mein Job bringt es mit sich, dass ich mich manchmal weit aus dem Fenster lehnen muss. Dabei laufe ich Gefahr, mich (mitunter heftigem) Widerspruch auszusetzen. Mir wurde sogar vorgeworfen, die Schwellenmärkte zu optimistisch zu bewerten – vielleicht weil meine Ansichten oft in so krassem Kontrast zu den dramatischen Schlagzeilen der Nachrichtenmedien stehen.

Erfreut stellte ich daher bei der Durchsicht der Ergebnisse der Franklin Templeton Investments-Erhebung 2013 Global Investor Sentiment Survey (Giss),[1] fest, dass mein hartnäckiger Optimismus im Hinblick auf die Schwellenmärkte allmählich im Anlegerpublikum Fuß fasst. Der Giss-Umfrage zufolge beurteilen in Schwellenländern ansässige Anleger die Aussichten ihrer Märkte für dieses und die nächsten zehn Jahre zuversichtlicher als Investoren aus Industrieländern.

Unter den Umfrageergebnissen fand ich besonders interessant, dass viele Anleger offenbar zumindest die Vorteile einer global gestreuten Kapitalanlage erkennen, auch wenn sie ihr Geld bisher nach wie vor größtenteils heimatnah anlegen. Allem Anschein nach wollen die meisten ihr Kapital weiterhin auf ihren lokalen Märkten investieren (also heimatorientiert), doch viele beabsichtigen nach eigenen Angaben, ihre Allokationen auf andere Märkte einschließlich der Schwellenmärkte aufzustocken.

Der Giss-Umfrage zufolge rechneten 58 Prozent der in Industrieländern ansässigen Anleger für dieses Jahr mit einem Aufwärtstrend ihres lokalen Aktienmarkts. Investoren aus Schwellenländern zeigten sich sogar noch optimistischer und gingen zu 66 Prozent davon aus, dass ihre heimischen Aktienmärkte 2013 deutlich aufwärts tendieren.

Ebenso rechneten Anleger aus Schwellenländern mit höheren Erträgen auf ihre Anlagen. Sie erwarteten im Durchschnitt 12 Prozent in diesem und 18 Prozent über die nächsten zehn Jahre. In den Industrieländern waren die Anleger auf einen Durchschnittsertrag von 7 Prozent für 2013 und 10 Prozent für die kommenden zehn Jahre eingestellt.

Das finde ich bemerkenswert, da für dieses Jahr für die Schwellenmärkte generell auch höhere Wachstumsraten erwartet werden als für Industrieländer, obwohl die Aktienmarkterträge nicht immer direkt mit den Wachstumsraten korrelieren. Wir gehen ferner davon aus, dass die lockere Geldpolitik der Zentralbanken in aller Welt mehr Kapital auf Schwellenmärkte lenken könnte.

Die Erwartung, dass die Hausse, die wir in den letzten zehn Jahren insgesamt auf den Schwellenmärkten beobachtet haben, weitergehen könnte, bestätigt sich nach unserem Eindruck. Wir wissen, dass die Marktstimmung die Marktrichtung beeinflussen kann, sodass die positive Stimmung in den Schwellenländern einer der Gründe sein könnte.