Anlegerfalle China? Asien bietet attraktive Alternativen

Es muss nicht immer China sein, auch die asiatischen Nachbarn <br>bieten attraktive Anlagechancen. Die Ministerpräsidenten Lee <br>Hsien Loong (Singapur), Yingluck Shinawatra (Thailand),<br>Nguyen Tan Dung (Vietnam) und der indonesische Präsident <br>Susilo Bambang Yudhoyono auf dem Asean-Summit in Bali <br>im November 2011. Quelle: Gettyimages

Es muss nicht immer China sein, auch die asiatischen Nachbarn
bieten attraktive Anlagechancen. Die Ministerpräsidenten Lee
Hsien Loong (Singapur), Yingluck Shinawatra (Thailand),
Nguyen Tan Dung (Vietnam) und der indonesische Präsident
Susilo Bambang Yudhoyono auf dem Asean-Summit in Bali
im November 2011. Quelle: Gettyimages

// //

Die Geschichte klingt stimmig und lässt sich gut verkaufen: China ist die wachstumsstärkste Wirtschaftsregion der Welt. Es verfügt über ein schier unbegrenztes Reservoir an billigen Arbeitskräften. Die Kaufkraft großer Bevölkerungskreise wächst stetig. Politisch bietet es seit Jahren vergleichsweise stabile Verhältnisse.

Der ideale Produktions- und Absatzmarkt? Börsenpotential ohne Grenzen? Darauf setzen zumindest seit Jahren viele Anleger und deren Berater. Doch die Realität hat sie inzwischen eingeholt. Chinas Aktienbörsen gehören zu den endtäuschendsten in der Region.

Die für Ausländer zugänglichen H-Shares, gelistet in Hong Kong, wie auch die den Chinesen vorbehaltenen Titel in Shanghai und Shenzhen liegen inzwischen bei durchschnittlich minus 30 bis 40 Prozent seit ihrem letzen Hoch und damit auf zweieinhalbjährigen Tiefständen.

Enttäuschte Prognosen, Betrug und Staatslenkung


Die ernüchternde Bilanz der vermeintlichen Erfolgsgeschichte hat viele Ursachen. Eine, gültig für die meisten Länder: Je höher die Prognosen und Erwartungen, wie im Falle von Chinas Wirtschaft, desto mehr Raum ist für Enttäuschungen da. Die Börsen haben große Erwartungen nämlich meist bereits frühzeitig eingepreist.

Werden dies Erwartungen dann nicht mehr übertroffen, droht schnell der Absturz. So zeigen denn auch zahlreiche weltweite Untersuchungen keine positive sondern eher eine leicht negative Korrelation zwischen Wirtschaftswachstum und Börsenentwicklung eines Landes auf.

Zwar kommt Bilanzbetrug nicht allein bei Chinas Unternehmen vor. Doch Anleger in Singapur, als Beispiel, können bereits seit Jahren von schlechten Erfahrungen mit dort gelisteten chinesischen Firmen berichten. In diesem Jahr nun traf es selbst große US-Hedge- und Pensionsfonds, die aufgrund falscher Unternehmenskennzahlen dramatische Rückschläge mit Investitionen in China-Aktien erlitten.

Und schließlich bleibt China ein zentralistisch gesteuertes Land, in dem die Regierung weiterhin massiven Einfluss auf Unternehmen und Banken nimmt. Die freie Entfaltung von Marktkräften und faire Spielregeln unter Wettbewerbern dürften wohl allenfalls Idealisten unterstellen. Ganz abgesehen davon, dass auch offizielle Zahlen wie das landesweite Wirtschaftswachstum oder der Schuldenstand sich nicht unabhängig überprüfen lassen.

Mir sind jedenfalls Anlageprofis mit jahrzehntelanger Asienerfahrung bekannt, die noch nie eine chinesische Aktie angefasst haben.

ASEAN-Staaten trotzen den globalen Finanzproblemen

Während in China mit Immobilienblase, Schuldenproblematik und Bankenschwäche eher noch weitere Unsicherheit droht, haben andere Staaten Asiens klammheimlich den weltweiten Finanzturbulenzen getrotzt. Die ASEAN-Staaten Südostasiens, wie Indonesien, Philippinen, Thailand oder Malaysia können für 2011 sogar ein leichtes Kursplus verbuchen.