Anleihe-Investments Aktiv schlägt passiv

Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Präsident Mario Draghi im Gespräch: Zentralbanken haben an den Anleihemärkten spezifische Investment-Ziele. | © Getty Images

Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Präsident Mario Draghi im Gespräch: Zentralbanken haben an den Anleihemärkten spezifische Investment-Ziele. Foto: Getty Images

„Aktive Strategien sind mit höheren Gebühren verbunden, daher dürfte die Mehrheit ihre passiven Pendants unterbieten“, glauben viele Investoren. Die jüngsten Medienberichte über die Rotation von Anlegergeldern von aktiven in passive Fonds verstärkt diesen Eindruck. Unser Research legt in Bezug auf Anleihefonds jedoch etwas anderes nahe.

Jamil Baz, Pimco

Aktive Strategien sind bei Anleihen erfolgsversprechender

Wie aus der nachfolgenden Grafik hervorgeht, übertrifft die Performance-Entwicklung der aktiven Anleihenfonds passive Finanzinstrumente nach Gebühren deutlich. Das gilt in allen Zeiträumen, unabhängig ob der Horizont bei ein, drei, fünf, sieben oder zehn Jahren liegt. Der Großteil der aktiven Aktienfonds kann ETFs hingegen nicht übertreffen. Nur 43 Prozent der Fonds verzeichneten in den vergangenen fünf Jahren eine Outperformance gegenüber passiven Anlageprodukten.

Quelle: Pimco

Warum bringen akive Anleihenfonds höhere Renditen?

Warum schneiden aktive Anleihenstrategien durchweg besser ab als aktive Aktienansätze? Das hängt mit der besonderen Struktur des Anleihenmarktes zusammen:

  • Sogenannte „nichtwirtschaftliche Marktteilnehmer“ wie Zentralbanken wollen für gewöhnlich an den Finanzmärkten nicht nur Alpha generieren. Die Institutionen kaufen auch Anleihen, um Währungen abzuwerten oder Inflation und Kurse in die Höhe zu treiben. Geschäftsbanken und Versicherungsgesellschaften sind hingegen stärker auf die Buchrendite oder Credit-Ratings bedacht. Das Ergebnis: Alpha-Potenzial bleibt ungenutzt und kann von aktiven Anleihenmanagern aufgegriffen werden.
  • Die Zusammensetzung von Anleihenindizes ändert sich häufig und es kommt zu Kursschwankungen, da Anleger in Phasen wechselnder Indexwerte oft eilig kaufen und verkaufen.
  • Im Gegensatz zu Aktien verfügen Anleihen über eine feste Laufzeit und haben einen höheren Umschlag. Neue Wertpapiere machen jährlich etwa 20 Prozent der Anleihenmarktkapitalisierung aus. Zum Vergleich: Bei Aktien enfällt nur etwa ein Prozent der Marktkapitalisierung auf Neu-Emissionen. Vor allem aber werden Bonds für gewöhnlich zu ermäßigten Preisen angeboten. Dadurch soll die Nachfrage angekurbelt werden. Allerdings sind die Rabatte in der Regel jedoch nicht für Passiv-Anleger verfügbar.
  • Aktive Manager haben einen größeren Pool an Anleihen zur Verfügung: Sie können sich in Hochzins- und Hypothekenanleihen sowie in hochverzinslichen Währungen engagieren und verschiedene Faktoren wie die Duration steuern.