Anleihe-Investments Antworten auf die vier wichtigsten Fragen

Bauxit-Mine in Malaysia: Das Land wächst jährlich um 5 Prozent. Für die größeren Risiken, die Investoren mit Hochzinsanleihen eingehen, erhalten sie einen höheren Zins. | © Getty Images

Bauxit-Mine in Malaysia: Das Land wächst jährlich um 5 Prozent. Für die größeren Risiken, die Investoren mit Hochzinsanleihen eingehen, erhalten sie einen höheren Zins. Foto: Getty Images

1. Welche Auswirkungen haben steigende Zinsen auf mein Anleiheportfolio?

Der Einfluss des Zinsanstiegs auf Anleiheportfolios hängt hauptsächlich von zwei Faktoren ab: Zum einen davon, wie schnell und wie stark der Zinsanstieg ausfällt. Zum anderen davon, wie empfindlich ein Bondportfolio gemessen an seiner Duration auf den Zinsanstieg reagiert.
Wenn der Zinsanstieg langsam und schrittweise erfolgt, dürften die Auswirkungen auf Anleihen moderat ausfallen. Ein langsamer Zinsanstieg ermöglicht den Ausgleich von Kapitalverlusten. Der Zinserhöhungszyklus der Bank of England Mitte der 2000er-Jahre hat zudem gezeigt, dass die langfristigen Zinsraten häufig konstant bleiben, wenn die kurzfristigen Zinsraten steigen.*

Grundsätzlich reagieren Portfolios, in denen Staatsanleihen übergewichtet sind, stärker auf steigende Zinsen. Hochzinsanleihen dagegen entwickeln sich in solchen Phasen besonders gut. Wie stark ein Bondportfolio auf den Zinsanstieg reagiert, hängt deshalb auch von seiner Struktur und der daraus resultierenden Zinssensitivität ab.

2. Wie kann ich sinnvoll mit dem Zinsrisiko umgehen?

Anleiheinvestoren können auf einen Mix aus drei Strategien zurückgreifen, um sich für die anstehenden Zinserhöhungen zu wappnen: Erstens sollten sie auf eine ausreichende Diversifizierung ihres Portfolios achten, also Anleihen aus verschiedenen Ländern und Märkten kaufen und sich somit global aufstellen. Zweitens können sie verstärkt inflationsgeschützte Anleihen erwerben. Solche Titel schneiden in Zeiten steigender Inflation beziehungsweise steigender Zinsen vergleichsweise gut ab, zeigt ein Blick in die Vergangenheit.* Drittens können Investoren neben Staatsanleihen auch ausgewählte Unternehmensanleihen kaufen, um ihr Portfolio weniger anfällig für einen Zinsanstieg zu machen.

3. Sollte mir die Liquidität des Anleihemarktes Sorge bereiten?

Auch wenn das Handelsvolumen in bestimmten Phasen zurückgeht, sollte es am Anleihemarkt künftig nicht zu verheerenden Blitzverkäufen in großem Umfang kommen. Das liegt vor allem daran, dass große Investoren wie Pensionskassen und Versicherungen eine Buy-and-hold-Strategie fahren, also ihre Titel sehr lange behalten. Beim Fondsmanagement nutzen wir eine Reihe von Maßnahmen, um die Portfolioliquidität zu steuern. So achten wir darauf, dass in unseren Bondfonds sowohl hochliquide Anleihen als auch Cash und Staatsanleihen enthalten sind. Darüber hinaus nutzen wir sämtliche verfügbaren Handelswege und bedienen uns verschiedener Instrumente, um jederzeit die Übersicht über die Liquidität der einzelnen Portfolios zu wahren.

4. Sind Anleiheinvestments heute überhaupt sinnvoll?

Um es kurz zu machen: Ja. Denn Anleihen verfügen auch in Zeiten steigender Zinsen über drei wichtige Eigenschaften: in der Regel stabile Einkünfte, niedrige Volatilität und Diversifikation zu Aktien, mit denen sie kaum korrelieren. Gerade im aktuellen Umfeld ist es wichtig, diese Stärken der Anlageklasse nicht zu vergessen.

Allerdings müssen Fondsmanager und Investoren derzeit mehr denn je darauf achten, ihr Anleiheportfolio breit zu streuen. Das heißt: Sie sollten in ein breites Spektrum von Anlageklassen aus dem Anleiheuniversum investieren. Dabei sollten sie aber stets die Risiken der einzelnen Anleihearten kennen. Zudem sollten Anleger Investmentlösungen wählen, die zu ihren Anlagebedürfnissen und ihrer Risikotoleranz passen. Denn abhängig davon ist die Frage, ob eine Fondslösung mit einem höheren Anteil zum Beispiel an Hochzinsanleihen sinnvoll ist oder eine Fondslösung, die sich stärker auf Staatsanleihen aus Industrienationen fokussiert. Wer Anlagebedürfnisse, Risikoneigung und Zinsentwicklung im Beratungsgespräch mit seinem Kunden genau analysiert, dürfte auch bei steigenden Zinsen einen geeigneten Anleihefonds finden.

* Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine zuverlässigen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen.

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