Anleihe-Knappheit Draghi prüft QE-Plan

EZB-Präsident Mario Draghi | © Getty Images

EZB-Präsident Mario Draghi Foto: Getty Images

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„Es wurde festgestellt, dass derzeit die Veränderungen nicht substantiell sind, um eine Entscheidung für ein Handeln zu rechtfertigen“, sagte der EZB-Präsident am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. „Hauptthema war, sicher zu stellen, dass das Programm und die im März getroffenen Entscheidungen angesichts der neuen Konstellation der Marktzinsen umgesetzt werden können, die sicherlich den Kreis der in Frage kommenden Papiere beschränkt haben.“

Sechs Monate vor dem vorgesehenen Ende des quantitativen Lockerungsprogramms muss die EZB die zunehmende Besorgnis über eine Aktiva-Knappheit abwägen mit Anzeichen über eine geringere Dynamik der Euroraum-Konjunkturerholung. Die Notenbank verfehlt seit mehr als drei Jahren ihr Ziel, die Inflationsrate bei knapp zwei Prozent zu halten und rechnet nicht damit, dieses vor Ende 2018 zu erreichen.

Der 25 Mitglieder umfassende Rat hat zuvor den Hauptrefinanzierungssatz bei Null, den Einlagensatz bei minus 0,4 Prozent und die Aktiva-Käufe bei etwa 80 Milliarden Euro monatlich bis März 2017 belassen, wie Ökonomen in einer Bloomberg Umfrage prognostiziert hatten. Draghi verneinte, dass die Währungshüter auf ihrer Sitzung eine Ausweitung der Stimuli diskutiert haben. Er wollte auch keinen Standpunkt zum so genannten Helikopter-Geld abgeben, weil sie darüber auch nicht gesprochen hätten.

„Der Rat hat die entsprechenden Ausschüsse mit der Prüfung von Optionen beauftragt, um eine reibungslose Umsetzung des Kaufprogramms zu gewährleisten“, sagte Draghi, ohne weitere Details über ihre potenziellen Überlegungen zu nennen. „Die Ausschüsse haben ein vollständiges Mandat. Sie werden sich alle Optionen ansehen, die für eine Neukonzeption des Programms genutzt werden könnten, und dann werden wir natürlich eine Diskussion im Rat haben.“