Anleihen aus Fernost

Illegale Geldwechselstube in Shenzhen, China. Die chinesi- <br> sche Regierung versucht, Geldströme ins Land zu kontrollieren. <br> Das Volk antwortet  mit dem Gang in den Untergrund, <br> Quelle: Getty Images

Illegale Geldwechselstube in Shenzhen, China. Die chinesi-
sche Regierung versucht, Geldströme ins Land zu kontrollieren.
Das Volk antwortet mit dem Gang in den Untergrund,
Quelle: Getty Images

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Nicht nur Deutschland und die Schweiz haben Probleme mit Geldschmuggel. Auch China machen Monetenströme zu schaffen, die über die Grenzen fließen. 1.865 solcher Fälle deckten chinesische Ermittler allein in der ersten Hälfte 2011 auf. Die Ware: 16 Milliarden Dollar. Ein Viertel mehr als noch im Zeitraum ein Jahr zuvor.

Nur fließt das Geld nicht aus dem Land heraus, wie etwa in Deutschland. Es fließt ins Land hinein. Noch immer hat China seine Währung, den Yuan, an den Dollar gekoppelt. So eine Währungsklebe funktioniert aber nur, wenn sie nicht am Markt frei handelbar ist, sondern kontrolliert getauscht wird. Die Kapitalwelle von außen stört da sowieso nur.

Inzwischen drückt das Investorengeld dermaßen stark, dass Yi Gang einen Acht- Punkte-Plan vorgelegt hat, wie er die Zuflüsse von heißem Geld („hot money“) und andere illegale und irreguläre Fonds künftig eindämmen will.

Yi ist Chef der State Administration of Foreign Exchange (SAFE), einer Behörde, die Geldströme kontrolliert. Er will unter anderem die großen Spieler am Markt fortlaufend überwachen. So will er etwa illegale Geldläden und Währungshändler im Internet auffliegen lassen – und natürlich bestrafen.

Schöne freie Märkte – außer einem

Zinspapiere in Yuan gibt es für Ausländer nur in Hongkong. „Bisher sind dort Anleihen im Gesamtwert von 150 Milliarden Yuan notiert, etwa 16 Milliarden Euro. Aber das Angebot wächst stetig“, sagt Erin Bigley, Portfoliomanagerin bei ACM-Bernstein. Ihr Haus hat mit dem ACM-Bernstein RMB Income Plus Portfolio (WKN: A1J G4Q) vor kurzem einen reinen Yuan-Rentenfonds aufgelegt.

Mit seiner harten Linie ist China aber die Ausnahme. Andere aufstrebende Nationen in Asien sind nicht ganz so pingelig und bieten handelbare Märkte für Anleihen in ihren Heimatwährungen.

Nach Berechnungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich vergrößerten sich die Märkte für Anleihen in lokalen Währungen in den asiatischen Schwellenländern von Ende 2008 bis Ende 2010 um 39 Prozent auf umgerechnet 4,2 Billionen Euro. Aber selbst das ist noch nicht einmal die Hälfte aller Anleihen aus Euroländern: 9,8 Billionen Euro.

Ein Dutzend Krisen im Nacken, erkennen internationale Anleger die Qualitäten asiatischer Währungen. Hinter Dollar und Euro stehen Länder, die beinahe so verschuldet sind, wie ihr Bruttoinlandsprodukt eines ganzen Jahres hergibt. Deshalb läuft die Flucht aus dem Altpapier.

Dabei stoßen Anleger sowohl auf Klassiker wie Norwegische Kronen, Schweizer Franken und Australische Dollar als auch auf neue Stars aus Asien. Dort finden sie alles, was sie zu Hause nicht mehr haben: hohe Zinsen, niedrige Schulden, stabile Währungen.

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