Anteil am globalen BIP in 30 Jahren verdoppelt Schwellenländer in robuster Verfassung

Touristen auf Koh Phi Phi: Thailand erzielt derzeit das stärkste Wachstum seit mehr als fünf Jahren  | © Getty Images

Touristen auf Koh Phi Phi: Thailand erzielt derzeit das stärkste Wachstum seit mehr als fünf Jahren Foto: Getty Images

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Obwohl die Volatilität jüngst gestiegen ist, sind die Fundamentaldaten der Schwellenländer weiterhin solide. Die Aktien aus Schwellenländern haben mit Blick auf die Gewinne einen Wendepunkt erreicht und scheinen Bewertungschancen zu offerieren, die in den meisten Industrieländern in der Regel nicht gegeben sind.

Die Erholung bei den Gewinnen dürfte sich fortsetzen, wodurch die Bewertungen auf ein normaleres Niveau zurückkehren. Bewertungen mit Abschlägen sind einer von mehreren Trends, die das Aufwärtspotenzial untermauern, das wir in den Schwellenländern erkennen. Weitere positive Trends sind unter anderem die unterbewerteten Währungen und niedrigeren Schuldenniveaus der Schwellenländer.

Was zugunsten einer Anlage in Schwellenländern im laufenden Jahr spricht, sind die gestiegenen Devisenreserven. Frühere Finanzkrisen wurden durch unzureichende Devisenreserven und die Unfähigkeit zur Steuerung der Inlandsersparnisse verschärft. Heute sind die Schwellenländer jedoch wesentlich robuster: Ihre Währungsreserven sind inzwischen größer als die vieler Industriestaaten.

60 Prozent des globalen BIP-Wachstums stellen die Schwellenländer

Gleichzeitig haben die Schwellenländer ihren Anteil am weltweiten Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den vergangenen 30 Jahren verdoppelt. Mittlerweile entfallen einer Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) vom Oktober 2017 zufolge 60 Prozent des weltweiten BIP-Wachstums auf sie.

Und es wird in diesem Jahr in den Schwellenländern mit einem doppelt so starken BIP-Wachstum wie in den Industrieländern allgemein gerechnet – der IWF prognostiziert in seinem „World Economic Outlook Update“ vom Januar 2018 für die Schwellenländer ein BIP-Wachstum von 4,9 Prozent gegenüber 2,3 Prozent in den Industrieländern.

Kursrutsch belastete Schwellenländer nur kurz

Im Februar fand an den globalen Märkten ein Ausverkauf statt, nachdem Bedenken hinsichtlich eines Wiedererstarkens der Inflation in den USA den anfänglichen Optimismus aufgrund der sich positiv entwickelnden Weltwirtschaft in den Hintergrund drängten. Die Anleger zogen Schlüsse mit Blick auf die Wahrscheinlichkeit einer Verschärfung der geldpolitischen Straffung durch die wichtigsten Zentralbanken, wodurch die Volatilität stark angetrieben wurde.

Die Korrektur in den Schwellenmärkten war stark, aber von kurzer Dauer, und im Monatsverlauf ging es wieder bergauf, sodass die Verluste zum Teil wieder wettgemacht wurden. Ende Februar lagen die Schwellenmärkte als Ganzes leicht hinter den Industrieländern. In US-Dollar fiel der MSCI Emerging Markets Index um 4,6 Prozent, während der MSCI World Index um 4,1 Prozent nachgab. Eine größere Risikoaversion, niedrigere Ölpreise und schwächere Währungen in den Schwellenländern belasteten Schwellenmarkt-Aktien.

Enthalten sind im MSCI Emerging Markets Index Unternehmen mit hoher und mittlerer Marktkapitalisierung aus 24 Schwellenländern. Der MSCI World Index umfasst Unternehmen mit hoher und mittlerer Kapitalisierung aus 23 Industrieländern.