Asien-Aktienfonds „Wir suchen Geschäftsmodelle mit hohen Eintrittsbarrieren für die Konkurrenz“

David Raper ist Manager des Comgest-Asienfonds

David Raper ist Manager des Comgest-Asienfonds

David Raper mag keine halben Sachen. Nur Aktien, die den Fondsmanager restlos überzeugen, kommen ins Portfolio seines Fonds Comgest Growth Asia Pacific ex Japan. Und dafür müssen die Unternehmen einiges mitbringen. „Marktkapitalisierung von mindestens einer Milliarde US-Dollar, Eigenkapitalrendite von mehr als 15 Prozent, Gewinnwachstum im zweistelligen Prozentbereich und ein langfristig wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell mit hohen Eintrittsbarrieren für die Konkurrenz“, listet der Manager seine Auswahlkriterien auf.

Hinzu kommen Kennzahlen wie Cashflow und Gewinn je Aktie und ein hoch qualifiziertes und leistungsfähiges Top-Management. Nur wenn alle diese Kriterien zutreffen, greift Raper zu – aber nicht ohne vorher das Unternehmen zu besuchen und mit dem Management, den Kunden, den Lieferanten und den Mitbewerbern gesprochen zu haben.

Zwischen 30 und 40 Titel darf der Fondsmanager ins Portfolio aufnehmen, derzeit sind es 38. „Wir sind einer der am stärksten konzentrierten Fonds unserer Kategorie“. Worauf Raper hingegen nicht achtet, ist der Vergleichsindex. „Wir sind bei unseren Entscheidungen nicht an eine Benchmark gebunden“, erklärt er. Dies zeige auch der Active Share, der derzeit bei knapp 90 Prozent liegt.

Fonds liegt über dem Vergleichsindex

Und auch in Sachen Performance setzt sich der Comgest Growth Asia Pacific ex Japan von seinem Vergleichsindex ab. So legte der Fonds in den vergangenen fünf Jahren um 108,7 Prozent zu, während der MSCI AC Asia Pacific ex Japan lediglich um 54 Prozent stieg.

Seit Jahresanfang liegt der Fonds mit plus 17,4 Prozent immerhin rund 3 Prozentpunkte über dem Vergleichsindex. Das habe er vor allem dem südkoreanischen Onlinespiele-Entwickler NC Soft und zwei chinesischen Techonologie-Riesen – dem Anbieter von Videoüberwachungsprodukten Hangzhou Hikvision und dem Internettechnologie-Unternehmen Netease – zu verdanken, erklärt der Fondsmanager.

China-Aktien derzeit eine gute Wahl

Auch sonst hält der Manager China-Aktien derzeit für eine gute Wahl: Mit 42,5 Prozent ist der China-Anteil des Comgest-Fonds 15 Prozentpunkte höher als beim Vergleichsindex. „Chinas Umwandlung zu einer stärker konsumentenorientierten Wirtschaft ist in vollem Gange“, sagt Raper.

Neben IT- und klassischen Konsum-Aktien würden auch die Lebensversicherer vom stark steigenden Wohlstand der chinesischen Mittelschicht profitieren. Diese Überzeugung spiegelt sich auch in den beiden Top-Positionen des Portfolios wider: Ping An Insurance und China Life Insurance.

Die am stärksten gewichtete Branche ist indes die Informationstechnologie: Sie macht 28,4 Prozent des Portfolios aus. Es folgen Finanzen und zyklische Konsumgüter mit 17,8 und 17,2 Prozent. 6,5 Prozent des Fondsvermögens hält der Manager in Liquidität.