Asien im Aufbruch – Gravitationszentrum des 21. Jahrhunderts?

(Foto: Fotolia)

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Asien hat in jüngster Zeit an alter Wirtschaftskraft zurückgewonnen: Mit 60% der Weltbevölkerung erwirtschaften die asisatischen Länder mittlerweile rund 32 % der globalen Wertschöpfung (kaufkraftadjustiert) und verfügen über knapp die Hälfte aller Devisenreserven.

Nach Schätzungen der Asian Development Bank wird der Anteil Asiens an der Weltwirtschaftsleistung 2050 vermutlich auf 50 % anwachsen. Letztendlich handelt es sich um die zweite Welle: So war Asien, allen voran China und Indien, mit einem Anteil an der Weltwirtschaftsleistung von über 60 % noch bis ins 18. Jahrhundert hinein die bedeutendste Wirtschaftsregion. Mit Einzug der Industrialisierung und des Aufholprozesses der westlichen Industrienationen sank dieser bis in die Siebziger- und Achtzigerjahre des 20. Jahrhunderts auf rund 17 %.

Erst mit dem Fall der Mauer und dem Siegeszug der Markt- über die Planwirtschaft vollzog sich in Asien, wiederum mit China und Indien als Vorreiter, ein enormer Aufholprozess. Getragen wird der noch junge Aufschwung des Kontinents vor allem von den beiden nachhaltigen positiven Langfristtrends Globalisierung und Demographie. Globalisierungsgewinner Asien
So hat die Globalisierung durch Internettechnologien und die Öffnung zahlreicher Länder zur Marktwirtschaft eine neue Intensitätsstufe erreicht, zu deren Gewinnern die Region Asien zählt. Indiz: das Exportvolumen von Waren und Dienstleistungen der aufstrebenden Staaten Asiens ist laut Internationalem Währungsfonds (IWF) im Zeitraum 1990 bis 2006 je nach Absatzregion um das Vier-, in der Spitze sogar um das Neunfache geklettert. Auffallend ist ebenso, dass der Exportanteil von höherwertigen bis hin zu Hightechprodukten immer größer geworden ist. Der Weltmarktanteil der Schwellenländer Asiens bei den Exporten von Spitzentechnologien beträgt laut IWF bereits über 10 % – Tendenz steigend. Bereits heute zählen asiatische Unternehmen zu den Marktführern in der Elektrotechnik, Halbleitertechnologie oder im Schiffsbau.