Asien: Risiko für herben Rückschlag wächst

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Der vorsichtige Investor reibt sich verwundert die Augen. In Amerika, Europa und Asien das gleiche Bild: Abgesehen von kurzen Verschnaufpausen strebten die globalen Aktienmärkte fast monatlich zu neuen Hochs. Aktives Risikomanagement wurde bisher nicht belohnt, sondern kostete Geld und Rendite.

Globale Risikoherde flammen auf


Dabei häufen sich weltweit die Risiken: Die europäische Schuldenkrise bleibt ein Dauerbrenner, denn die Politik findet keine Instrumente, die Vertrauen schaffen. Amerika versucht, seine eigene Schuldenkrise mit noch gigantischeren Schulden zu ertränken. In Nordafrika und Arabien ist eine politische Revolution unerwarteten Ausmaßes in Gange. Und die Folgen von Erbeben, Tsunami und Reaktor-Unglück in Japan sind keineswegs ausgestanden. Zudem bedrohen Kurskapriolen an den Rohstoffmärkten den Wirtschaftsaufschwung und befeuern soziale Unruhen.

Asien kann sich nicht entkoppeln

In früheren Zeiten konnte ein einziges derartiges Ereignis die Börsen auf Talfahrt schicken. Doch bislang schaffte es die US-Notenbank, mit ihrer Liquiditätsschwemme das Unbehagen vieler Anleger zu überdecken. Auf Dauer dürfte das aber nicht gut gehen – auch in Asien nicht.

Denn: Wenn die Kurse an den westlichen Aktienbörsen oder an den Rohstoffmärkten stürzen, bleiben auch die Märkte in Hong Kong, Bombay oder Singapur nicht verschont. Zu verzahnt sind die internationalen Börsen inzwischen, und die westlichen Sorgen beschäftigen auch die Asiaten. Zudem lässt sich aus der Vergangenheit erkennen, dass Asiens Börsen oft mit kräftigen Korrekturen vorauseilen, erst dann folgt der Westen.

Absturz trotz guter Fundamentaldaten möglich

Auch der Hinweis auf die derzeit guten fundamentalen Verhältnisse in Asien sollte Asien-Anleger nicht zur Sorglosigkeit verleiten. Ja, das Wirtschaftswachstum ist hoch und die Arbeitslosenrate niedrig, die Staatsfinanzen sind vergleichsweise gesund, der Bankensektor ist solide und die Wirtschaft kam aus der jüngsten Welt-Finanzkrise sogar gestärkt heraus. Doch das heißt nicht, dass sich die Börsenhausse fortsetzt.