Asiens Werthaltigkeitsaktien Schnäppchenpreise mit Netz und doppeltem Boden

Ekkehard J. Wiek, Vermögensverwalter, W&M Wealth Managers, Singapur

Ekkehard J. Wiek, Vermögensverwalter, W&M Wealth Managers, Singapur

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Wirtschaftswachstum ist eben nicht gleich Börsenerfolg. Diese ernüchternde Erkenntnis mussten Anleger auch im vergangenen Jahr ziehen. Während Europa und Amerika weiterhin mit Wachstumsschwäche und Schuldenproblematik kämpften, steht Asien mit andauernd hohem Wirtschaftswachstum und vergleichsweise stabilen Staatsfinanzen solide da.

Doch die Börsen spielten verkehrte Welt. Europa und Amerika haussierten, Asien enttäuschte. Ausgerechnet das wirtschaftlich angeschlagene Japan bildete die Ausnahme. Hier legte die Notenbank, wie im Westen, mit einer Geldschwemme den Grundstein zu sechsjährigen Höchstständen.

Erhebliches Kurspotential

Die Konsequenzen sind nun in erfreulicher Weise sichtbar. Während die Anleger Asien eher mieden, konnten die Unternehmen im starken wirtschaftlichen Aufschwung der letzten Jahre an Ertragskraft und Substanz zulegen. Die relative Kursschwäche führt nun dazu, dass das Kurs-/Buchverhältnis (P/B) asiatischer Aktien - der langjährige Durchschnitt liegt bei 2,1 - aktuell etwa 1,6 beträgt.

Dies ist ein außergewöhnlich niedriges Niveau, in den vergangenen 20 Jahren nur unterschritten in den Phasen der Börsencrashs 1997/1998, 2001/2002 und zuletzt 2008/2009.

Die Aktien könnten also bei sonst unveränderten Rahmenbedingungen aktuell um 25 Prozent steigen und hätten damit immer noch nicht Ihren langjährigen Bewertungsdurchschnitt erreicht. Um das Bewertungsniveau von 2010 zu erreichen wäre sogar ein Anstieg der Kurse um über 50 Prozent notwendig.