Asset Management 5 Argumente für Low-Volatility-Aktien

Ernesto Ramos, Head of Equities US bei BMO Global Asset Management

Ernesto Ramos, Head of Equities US bei BMO Global Asset Management

Low-Volatility-Aktien sind laut Ernesto Ramos eine attraktive Ergänzung für jedes Portfolio. Für diese Empfehlung führt der Chef für US-Aktien bei BMO Global Asset Management fünf schlagkräftige Argumente an:

  1. Marktanomalien nutzen

Wissenschaftliche Studien belegen, dass Investoren die zu erwartenden Renditen risikoreicher Aktien höher einschätzen, als diese tatsächlich sind. Folglich sind risikoreiche im Vergleich zu schwankungsarmen Titeln überbewertet. „Unsere Low-Volatility-Strategie nutzt diese Abweichung aus und sucht gleichzeitig nach unterbewerteten, aber stark nachgefragten Qualitätsunternehmen“, erklärt Ramos. „In der Kombination entsteht ein Portfolio mit risikoarmen und qualitativ hochwertigen Aktien mit guter Bewertung, das außergewöhnliche Renditen erzielen kann.“

  1. Rendite steigern

Investments in Low-Volatility-Aktien bieten statistisch belegt die Möglichkeit, Renditen über dem Marktdurchschnitt zu erzielen. Die Marktanomalie weist eine Größe von wirtschaftlicher Bedeutung auf: Im schwankungsärmsten Quintil erwirtschafteten US-Aktien zwischen 1970 und 2011 ein Alpha von 5 Prozent jährlich. Dagegen konnte ein Großteil der besten Fondsmanager in dem viel kürzeren Zeitraum von 1980 und 2000 wesentlich weniger Alpha erzielen. Lediglich bei drei von 495 untersuchten Fonds lag die Überrendite über 5 Prozent, und nur 43 Fonds konnten ein Alpha von über 2 Prozent nachweisen. 

  1. Risiko kontrollieren

Wer in schwankungsarme Aktien investiert, reduziert das Risiko im Portfolio, ohne dabei die Renditeerwartungen im Hinblick auf den gesamten Marktzyklus zu mindern. Die Berechnung beispielhafter Aktienportfolios mit und ohne schwankungsarmen Titeln über einen vollen Marktzyklus hinweg zeigt, dass Low-Volatility-Strategien Renditen in gleicher Höhe erzielen, dabei jedoch nur 60 bis 70 Prozent des Risikos eingehen. Professionellen Anlegern entsteht daraus sogar ein weiterer Vorteil, sagt Ramos: „Anleger können das frei werdende Risikobudget in Anlageklassen investieren, die ein höheres Renditepotenzial haben.“

  1. Kursverluste absichern

Eine besondere Stärke spielen Low-Volatility-Aktien in schwächeren Marktphasen aus. Bei Abwärtsbewegungen fallen sie weniger stark als der Durchschnitt und erlauben es dem Portfolio, sich von Verlusten schneller zu erholen. Mit Blick auf die Wertentwicklung ist der Effekt enorm: Die tatsächlich realisierten Erträge nach zwei starken Marktbewegungen (-30 Prozent / +30 Prozent) liegen mehr als doppelt so viel im Minus als nach schwächeren Marktbewegungen (-20 Prozent / +20 Prozent). Um starke Kursverluste im Portfolio auszugleichen, muss die positive Rendite außerdem viel höher liegen, als bei geringeren Verlusten.

  1. Aktives Management

Da die Volatilität an den Märkten hoch ist, erfreuen sich Low-Volatility-Strategien immer größerer Beliebtheit. Alleine im ersten Quartal 2016 verzeichneten Low-Volatility-ETFs wie der iShares Edge MSCI Min Vol USA ETF (USMV) und der PowerShares S&P 500 Low Volatility Portfolio (SPLV) Zuflüsse in Höhe von rund 10 Milliarden US-Dollar. Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, ob die Bewertungen in diesem Segment noch fair sind, oder ob sich eine Blase bildet. Antworten darauf kann aktives Management liefern, das Risiken, einschließlich dem Bewertungsrisiko, auf vielen Wegen und mit verschiedenen Techniken bemisst und reduziert.