Asset Management im Jahr 2025 Verwaltetes Vermögen wird sich fast verdoppeln

Markus Hammer, PwC Deutschland

Vermögensverwaltern eröffnen sich in den kommenden Jahren „gewaltige Chancen“, prognostizieren die Branchenanalysten der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. In ihrer globalen Umfrage unter insgesamt knapp 1.300 Unternehmenslenkern aus 85 Ländern zeigten sich 41 Prozent der Chefs aus der Branche „Asset and Wealth Management“ sehr zuversichtlich.

Optimistisch sind die Befragten aus der Finanzbranche auch hinsichtlich der Aussichten für die globale Gesamtkonjunktur: Die Hälfte geht von einem steigenden Wachstum der Weltwirtschaft aus, nur jeder Zehnte rechnet mit einem Schrumpfen. Als wichtigste Auslandsmärkte nennen die Vermögensverwalter die USA (48 Prozent), China (40) Deutschland (25), Großbritannien (22) und Japan (12).

„Mehr Chancen als Risiken“

„Der Markt wächst so stark, dass die Branche trotz großer Herausforderungen mehr Chancen als Risiken sieht“, kommentiert Markus Hammer, Leiter Asset & Wealth Management bei PwC Deutschland. 87 Prozent der Befragten gehen in diesem Jahr von steigenden Umsätzen aus, 79 Prozent sehen sich auf organischem Wachstumskurs, 43 Prozent denken konkret über Zukäufe nach, 57 Prozent wollen ihre Belegschaft ausbauen.

„Auf den ersten Blick mag der kräftige Optimismus überraschen“, kommentiert Hammer. „Schließlich steht die Branche vor großen Herausforderungen – nicht nur im Zusammenhang mit der Digitalisierung.“ 70 Prozent der befragten Vorstandschefs erwarten, dass sich technologische Veränderungen in den nächsten fünf Jahren „disruptiv“ oder sogar „sehr disruptiv“ auf das eigene Geschäftsmodell auswirken werden.

„Wer erfolgreich sein will, muss sich klar differenzieren“

Als Beispiel nennt Hammer, dass die Gebühren angesichts der zunehmenden Konkurrenz durch Online-Vermögensverwalter unter Druck bleiben dürften. „Profitieren wird nur, wer in Sachen Digitalisierung vorangeht“, ist sich Hammer sicher. „Es ist wichtig, zu den technologischen Vorreitern zu zählen, um von der erwarteten Disruption eben nicht hinweg gespült zu werden – sondern sie sich zunutze zu machen.“

Geschäftsmodelle infrage gestellt

Aber nicht nur neue technologische Entwicklungen bedrohen die etablierten Branchenvertreter. Eine ähnlich revolutionierende Kraft könnte aus Sicht von 73 Prozent der befragten Manager auch das veränderte Kundenverhalten haben. 58 Prozent meinten darüber hinaus, auch neue Vertriebsformen hätten das Potenzial, das hergebrachte Geschäftsmodell in den nächsten Jahren grundlegend infrage zu stellen.

Als große unmittelbare Risiken für ihr Geschäft nennen die Teilnehmer der aktuellen „PwC CEO Survey“ Cyber-Kriminalität (32 Prozent) und ein möglicher Mangel an Schlüsselqualifikationen (29 Prozent). 83 Prozent der befragten Chefs äußerten zudem die Sorge vor zu viel Regulierung, 80 Prozent warnten vor geopolitischen Unsicherheiten und 77 Prozent fürchten den Einfluss neuer Steuergesetze.