Asset Management Klimek Advisors sieht noch schweren Weg für die Deutsche AM

Asset Management: Klimek Advisors sieht noch schweren Weg für die Deutsche AM

Michael Klimek, Geschäftsführer der Klimek Advisors Fund Consulting

Die Deutsche Bank sucht derzeit, wie viele andere europäische Banken auch, Geld, viel Geld und muss Tafelsilber verkaufen. Käufer der künftigen Deutsche AM-Aktie kaufen angesichts der relativen Underperformance der gesamten Asset-Management-Branche also zu einem verhältnismäßig günstigen Preis ein Exposure in die Branche. Die Frage ist freilich: Gäbe es für diesen Zweck nicht bessere Alternativen?

In einer Ad-hoc-Mitteilung vom 5. März 2017 spezifiziert die Deutsche Bank eine Reihe von Maßnahmen, um das benötigte zusätzliche Kapital zu beschaffen. So solle ein Minderheitsanteil der Deutsche AM in den nächsten 24 Monaten an die Börse gebracht und in spätestens 18 Monaten Geschäfte veräußert werden, die „rund 10 Milliarden Euro an risikogewichteten Aktiva und rund 30 Milliarden Euro an für die Verschuldungsquote relevanter Bilanzsumme“ der Bank binden. Die Bank erwartet aus diesen Veräußerungen und dem Verkauf von wahrscheinlich 20-25 Prozent ihrer Vermögensverwaltungssparte „bis zu zwei Milliarden Euro an zusätzlichem Kapital“ in Summe.

Die Peergroup der europäischen, börsennotierten Vermögensverwalter mit einer Marktkapitalisierung von mehr als einer Milliarde Euro, zu der die Deutsche AM nach ihrem IPO mutmaßlich gehören wird, ist divers und besteht aus

  • global operierenden Generalisten mit einem umfänglichen Angebot an Investmentstrategien (zum Beispiel Schroders),
  • auf bestimmte Anlagesegmente ausgerichteten Spezialisten (zum Beispiel Partners Group),
  • auf bestimmte lokale Absatzmärkte ausgerichteten Spezialisten (zum Beispiel Anima) und
  • auf bestimmte Kundensegmente ausgerichteten Spezialisten (zum Beispiel Rathbones).

Der nach Assets under Management (AuM) größte Vermögensverwalter ist mit über einer Billion Euro (Stand Ende 2016) Amundi, mit großem Abstand vor Schroders mit rund 400 Milliarden GBP. Mit etwa 700 Milliarden Euro an AuM käme die Deutsche AM auf Platz 2 der Vergleichsgruppe. Amundi und Deutsche AM ähneln sich ihrer Größe nach, aber auch aufgrund ihrer Herkunft als Großbanken-Spin-offs und ihres „jungen“ Börsengangs.

Quelle: Klimek Advisors. Stand 31. März 2017

Für die europäische Branche war das Jahr 2016 gegenüber 2015 ein schlechtes Jahr. Obwohl die Assets under Management auch in 2016 weiter stiegen, lagen Nettomittelzufluss und betriebswirtschaftliches Resultat auf breiter Front deutlich hinter dem Vorjahr. Dafür ursächlich waren, wie schon in früheren Berichten beschrieben, Absatzschwäche, Preisdruck und Kostenanstieg.