Ausblick auf globale Aktien Märkte vor schwierigem Anstieg

Chinas Staatschef Xi Jinping: Will die chinesische Wirtschaft öffnen und Reformen vorsichtig angehen | © Getty Images

Chinas Staatschef Xi Jinping: Will die chinesische Wirtschaft öffnen und Reformen vorsichtig angehen Foto: Getty Images

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Nach der starken Entwicklung im Jahr 2017 könnte sich das Tempo der Aufwärtsbewegung an den globalen Aktienmärkten 2018 verlangsamen. Auch wenn sich das konjunkturelle Umfeld im neuen Jahr nicht wesentlich ändern dürfte, lässt die nachhaltigere Erholung der Weltwirtschaft den Zentralbanken mehr Spielraum, ihre finanzpolitischen Impulse zurückzufahren.

Im vergangenen Jahr kamen der IT-Branche und anderen wachstumsstarken Marktsegmenten der Optimismus über die weltweite Konjunkturerholung und bessere Unternehmensgewinne zugute.

Zugleich haben politische und regulatorische Sorgen nachgelassen. Der Vorstoß populistischer Strömungen, der das Jahr 2016 prägte, scheint sich abgeschwächt zu haben. 2017 gelang einigen Staatsoberhäuptern – von Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel bis zu Japans Premierminister Shinzo Abe – die Wiederwahl.

Während sich das konjunkturelle Umfeld in Europa und Teilen Asiens weiter verbesserte, haben sich auch andere Märkte außerhalb der USA gut entwickelt: Vor dem Hintergrund des kräftigen Wachstums in China und Indien und einer Trendwende in Brasilien erzielten Schwellenländer 2017 eine überdurchschnittliche Entwicklung.

Warum das günstige weltweite Umfeld 2018 andauern dürfte

Zu Jahresbeginn 2018 erscheint uns das konjunkturelle Umfeld weltweit nach wie vor günstig. Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge dürfte das Tempo des Weltwirtschaftswachstums 2018 stabil bleiben. Für das globale Bruttoinlandsprodukt prognostiziert der IWF nach einem Plus von 3,6 Prozent im Jahr 2017 für 2018 einen Anstieg von 3,7 Prozent, wie es im jüngsten World Economic Outlook vom Oktober 2017 heißt. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich Schätzungen oder Prognosen bewahrheiten.

Weiteren Prognosen zufolge dürften die USA ein solides Wachstum, geringe Inflationsraten und einen begrenzten Lohnzuwachs verzeichnen, während sich die Expansion der europäischen Wirtschaft weiter festigen kann. Das Wachstum in China wird sich angesichts einer Abkühlung des Immobilienmarkts und der staatlichen Investitionen wohl leicht abschwächen.

Darüber hinaus erwarten wir, dass der chinesische Präsident Xi Jinping den Kurs der Regierung zur Bekämpfung der Korruption und des Schattenbankensystems fortsetzen wird. Xi wird bei der Umsetzung der beiden Maßnahmen unseres Erachtens umsichtig vorgehen, um einer Erschütterung der Märkte vorzubeugen.

In Japan hat sich die Expansion der Weltwirtschaft 2017 in einer besseren Aktienmarkt-Performance niedergeschlagen. Allerdings ist das Land aufgrund der alternden Bevölkerung und der Begrenzung der Immigration mit einem Mangel an Arbeitskräften konfrontiert, weshalb die Erholung bisher schwach verläuft.

Vor diesem Hintergrund könnte Japan 2018 die einzige Volkswirtschaft sein, die weiterhin auf außergewöhnliche geldpolitische Maßnahmen zurückgreift. Obwohl zuletzt mit Blick auf die Zinsstrukturkurve weniger Anleihen gekauft wurden, bleibt der Bank of Japan wohl kaum eine andere Wahl als weiterhin beträchtliche Liquiditätsspritzen für die von demografischen Herausforderungen geplagte Wirtschaft bereitzustellen.

Im Gegensatz dazu könnte sich die Geldpolitik der USA bis Ende 2018 beinahe normalisiert haben, denn die US-Notenbank Fed dürfte die Zinsen zwei- bis dreimal anheben und zugleich ihre Bilanz weiter abbauen.

Außerdem rechnen wir damit, dass die EZB bis Ende 2018 in der Lage sein dürfte, ihre geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen abzuschließen und ihren Kurs zu normalisieren. Dennoch ist zu diesem Zeitpunkt ungewiss, wie die Märkte auf die Verkleinerung der Bilanzen und das Auslaufen der geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen reagieren werden.