Ausblick Surfen auf der geldpolitischen Lockerungswelle – Vorsicht geboten

Richard Clarida (links), Global Strategic Advisor und Andrew Balls, CIO Global Fixed Income bei Pimco

Richard Clarida (links), Global Strategic Advisor und Andrew Balls, CIO Global Fixed Income bei Pimco

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Anfang März fand Pimcos vierteljährliches Cyclical Forum statt, auf dem die globale Wirtschaftslage beurteilt und bewertet wurde – Grundlage dafür, sich auf eine Konjunkturprognose für die kommenden zwölf Monate zu einigen und zu untersuchen, ob und welche Unsicherheiten für diese Prognose bestehen.

Wie in jedem Jahr seit Ausbruch der globalen Finanzkrise 2008/2009 lautet auch 2015 die entscheidende Frage: Haben sich die Preise – für Rohstoffe, Unternehmensanleihen und Währungen – ausreichend an das seit 2007 bestehende Missverhältnis zwischen einer beständig geringen weltweiten Gesamtnachfrage und einem zunehmenden weltweiten Gesamtangebot angepasst? Beziehungsweise können sie angepasst werden, um einen kräftigen Anstieg des weltweiten Gesamtnachfragewachstums hervorzurufen, der das Missverhältnis zum globalen Angebot beseitigt?

Wir haben schon früher die Entwicklung der Weltwirtschaft nach der Krise als „Neue Normalität“ bezeichnet, und unser Rahmen für die kurzfristige Analyse beruht auf dieser langfristigen Einschätzung. Auf der Suche nach Antworten auf diese und andere Fragen standen uns die Pimco-Berater A. Michael Spence und der erstmals an einem Forum teilnehmende Gene Sperling zur Seite. Außerdem hatten wir wiederum die Ehre, Ben Bernanke bei uns begrüßen zu dürfen, der uns an seinen Erkenntnissen über die Aussichten der US-Wirtschaft und der Politik der US-Notenbank teilhaben ließ.

Wie bei den früheren Foren lieferten fundierte, durchdachte Vorträge unserer Portfolioausschüsse für Nord- und Südamerika, für Europa, die Asien-Pazifik-Region sowie unserer Schwellenländer- und Rohstoffabteilung wichtige Erkenntnisse und die Beteiligung von Pimco-Anlageexperten aus aller Welt hat ebenfalls ihren Teil beigetragen. Die Ausgangs-Konjunkturprognosen, die sich aus diesen Gesprächen ergaben, lassen sich wie folgt zusammenfassen (Abbildung 1 zeigt auch unsere regionalen Prognosen für die möglichen BIP-Bandbreiten):

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