Ausblick US-Aktien 2017 „Bankbilanzen so solide wie seit Jahrzehnten nicht mehr“

Arbeiter an einer Ölbohrung im Bundesstaat Illinois, USA: Der Ölpreis ist Mitte Dezember 2016 auf ein Eineinhalb-Jahreshoch gestiegen. | © Getty Images

Arbeiter an einer Ölbohrung im Bundesstaat Illinois, USA: Der Ölpreis ist Mitte Dezember 2016 auf ein Eineinhalb-Jahreshoch gestiegen. Foto: Getty Images

Nach Einschätzung von Angel Agudo, Manager des Fidelity America Fund, „ist die amerikanische Wirtschaft in unverändert guter Verfassung und dürfte ihren moderaten Wachstumskurs fortsetzen. Angesichts anhaltender Engpässe am Arbeitsmarkt und damit einhergehender Lohnzuwächse wird der Konsum vermutlich einer der wichtigsten Wachstumstreiber bleiben. Unterstützung für die Wirtschaft sollte zudem künftig von der starken Dienstleistungsbranche und der zunehmenden Bautätigkeit ausgehen.“

Weil die Märkte nach dem erbitterten und kontroversen Wahlkampf in den USA mehrheitlich mit einem Wahlsieg von Hillary Clinton gerechnet hatten, sorgt der Sieg von Donald Trump wohl zunächst für erhebliche Schwankungen. „Nach Einschätzung der meisten Marktbeobachter könnte der Republikaner für eine beispiellose Verunsicherung in der Haushalts-, Geld- und Handelspolitik sowie in legislativer Hinsicht sorgen“, beobachtet Agudo. „Anders als die anfängliche Reaktion des Marktes vermuten lässt, glaube ich aber nicht, dass der Ausgang der US-Wahl auf lange Sicht die Marktrichtung bestimmen wird. Zahlreiche Studien belegen, dass Präsidentschaftswahlen langfristig nur geringe Auswirkungen auf den amerikanischen Aktienmarkt haben. Und das wird dieses Mal nicht anders sein.“

Der Fidelity-Fondsmanager verweist darauf, dass die Machtbefugnisse des US-Präsidenten durch die klare Trennung von Exekutive, Legislative und Judikative begrenzt seien. So müssten alle Bundesgesetze vor ihrer Umsetzung vom Kongress verabschiedet werden. Und auch wenn die Republikaner nun über die Mehrheit im Kongress verfügen, werde es Trump aufgrund des amerikanischen Rechtssystems schwerfallen, extreme politische Vorhaben durchzusetzen.

US-Banken dürften von steigenden Zinsen profitieren

Agudo geht davon aus, dass die Zinsen in nächster Zeit nur steigen können. Wie schnell und wie stark, hänge vor allem von der künftigen Wirtschaftsentwicklung ab. Vor allem viele zinsempfindliche Unternehmen, allen voran Finanzdienstleister und Banken, erscheinen dem Anlageexperten attraktiv bewertet. „Ein Vorteil für Banken sind ihre Bilanzen, die so solide sind wie seit Jahrzehnten nicht mehr“, meint Agudo und führt aus: „In meinem Portfolio sind Bankaktien deshalb stark vertreten, deutlich übergewichtet bin ich in diesem Bereich jedoch nicht. Schließlich befinden wir uns wohl in einer weit fortgeschrittenen Phase des aktuellen Konjunkturzyklus, und die Branche muss mit strengerer Regulierung zurechtkommen.“

Mit Blick auf die aktuellen Beschlüsse der Federal Reserve könne man zwar geteilter Meinung sein. Einig seien sich aber nahezu alle Marktteilnehmer, dass höhere Staatsausgaben unvermeidlich sind. Denn eines sei klar: Gemessen an ihrem Anteil am Bruttoinlandsprodukt sind die Infrastrukturausgaben so niedrig wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Nach Meinung von Agudo scheint in den Kursen von Bau- und Baustofffirmen das Erholungspotenzial jedoch zum Teil bereits eingepreist. Potenzial gebe es jedoch im Verteidigungssektor: Hier sei wohl ebenfalls mit höheren staatlichen Ausgaben zu rechnen.

„Bewertungen alles andere als niedrig“

Nach den Berechnungen eines internen Fidelity-Modells würde sich auch beim Ölpreis ein gewisses Erholungspotenzial anbieten, angefacht durch die eingebrochenen Investitionen in der Schieferölförderung und die etwas angespannte Finanzlage im Königreich Saudi-Arabien, einem der größten Ölförderer. „Unter dem jüngsten Ölpreisverfall haben Öldienstleister meines Erachtens am meisten gelitten, und zwar sowohl was das Geschäftsvolumen wie auch die Preise anbelangt. Sie könnten daher bei einem Aufwärtstrend in der Branche die Führung übernehmen“, blickt Agudo voraus.

Doch trotz der sich eröffnenden Anlagechancen „sollte nicht vergessen werden, dass wir uns in einer fortgeschrittenen Phase des Konjunkturzyklus befinden, in der die Margen generell hoch und die Bewertungen alles andere als niedrig sind“, mahnt Agudo. Ferner könnten steigende Löhne und Zinsen im Zusammenspiel mit dem nach wie vor starken Dollar die Margen in einigen Wirtschaftszweigen schmälern. „Aber wie immer werden sich einige Unternehmen besser entwickeln als andere, weshalb eine sorgfältige Titelauswahl unverzichtbar ist.“

* vollständiger Fondsname: Fidelity Funds - America Fund A-EUR; ISIN: LU0069450822

„Dieses Dokument ist nur für professionelle Kunden und nicht für Privatanleger bestimmt“

Die FIL Investment Services GmbH veröffentlicht ausschließlich produktbezogene sowie allgemeine Informationen und erteilt keine Anlageempfehlungen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit erlauben keine Rückschlüsse auf die künftige Entwicklung. Den Chancen, die mit Anlagen in Investmentfonds verbunden sind, stehen Risiken gegenüber. So kann etwa der Wert der Fondsanteile schwanken und ist nicht garantiert. Überdies reduzieren individuelle Kosten und Gebühren die Wertentwicklung. Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage der wesentlichen Anlegerinformationen, des letzten Geschäftsberichtes und – sofern nachfolgend veröffentlicht – des jüngsten Halbjahresberichtes getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufes. Sie erhalten diese Unterlagen kostenlos bei FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt/Main oder über www.fidelity.de. Fidelity, Fidelity International, das Fidelity International Logo und das „F“-Symbol sind eingetragene Warenzeichen von FIL Limited. MK8962