Bafin erlärt Deutsche Versicherer solide aufgestellt

Bafin-Chef Felix Hufeld

Bafin-Chef Felix Hufeld

Deutsche Versicherer sind gegenwärtig ausreichend solide aufgestellt, stellt die Bafin in einer aktuellen Mitteilung fest. Die deutsche Finanzaufsichtsbehörde hatte zuvor die finanziellen Grundlagen von rund 350 deutschen Versicherungsunternehmen analysiert.

Gemäß den Anforderungen, die die europäische Aufsichtsrichtlinie Solvency II vorschreibt, mussten die Versicherer bis Ende Mai der Bafin einen Bericht vorlegen – den Solvency and Financial Condition Report, kurz SFCR. In ihm sollten sie Rechenschaft über verschiedene Aspekte ablegen, die für ihre Geschäftstätigkeit und ihre Risikoausrichtung von Bedeutung sind: Informationen zu Kapitalausstattung, Kapitalanlagen und Risikokalkulation sowie zu ihren sogenannten Bedeckungsquoten zum Stichtag 31.12.2016. Die Bedeckungsquote errechnet sich aus dem Verhältnis des vorhandenen Kapitals zu der vom Aufsichtsrecht geforderten Summe, die Versicherer im Falle von extremen Ereignissen zur Verfügung haben müssten.

Alle Versicherer hielten der Überprüfung stand: Im Schnitt weisen die Unternehmen über alle Sparten hinweg sogar eine Bedeckungsquote von 330 Prozent, stellt die Bafin fest. Aufsichtsrechtlich gefordert sind mindestens 100 Prozent.

„Solvency II verfolgt das Ziel, im Versicherungssektor mehr Transparenz zu schaffen“, erklärt Bafin-Exekutivdirektor Frank Grund. „Mit dem ersten Durchlauf des SFCR sind wir zufrieden. Das Ergebnis ist positiv. Es gibt aber natürlich noch Mängel, die abgestellt werden müssen. Daran werden wir als Aufsicht gemeinsam mit den Unternehmen arbeiten.“ Kritik äußerte die Bafin an oft noch mangelnder Detailtiefe der Berichte. Auch in puncto Transparenz könnten die Unternehmen in zukünftigen Berichten weiter nachbessern, finden die Finanzwächter.

BdV unzufrieden

Sehr unzufrieden äußerte sich hingegen der verbrauchernahen Bund der Versicherten. BdV-Chef Axel Kleinlein sieht bei fast allen Lebensversicherern  „dringenden Handlungsbedarf“. Der BdV hatte gemeinsam mit der Unternehmensberatung Zielke Research Consult eine eigene Auswertung auf Basis der Berichte speziell von Lebensversicherungs-Unternehmen vorgenommen: Kleinlein kritisiert teils intransparente Darstellungen in den SFCR-Berichten. Einige Unternehmen hätten zudem wenig zukunftsfähig aufgestellte Geschäftsmodelle oder hätten Übergangsregelungen in Ansruch nehmen müssen, um die an sie gestellen Solvenzanforderungen erfüllen zu können. Einige Versicherer schnitten in der Untersuchung durch BdV und Zielke Research Consult hinsichtlich der Kritierien Solvenz und Transparenz jedoch auch positiv ab.