Bank in der Krise Was hindert die Deutsche Bank daran, die Postbank zu verkaufen?

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt | © Getty Images

Deutsche-Bank-Zentrale in Frankfurt Foto: Getty Images

Das Dilemma steht in Zusammenhang mit nicht in Einklang stehenden Regeln der Buchführung. Zwar hat die Deutsche Bank im Einklang mit internationalen Bilanzierungsstandards (IFRS) eine Abschreibung in Höhe mehrerer Milliarden Euro auf die Postbank vorgenommen. In der Gewinn- und Verlustrechnung, welche die Bank nach dem deutschen HGB erstellt, ist dieser Schritt jedoch nicht vollzogen worden.

Verkauf der Postbank hätte Folgen für die Pflichtwandelanleihen

Ein Verkauf der Postbank, deren geschätzter Wert bei etwa der Hälfte des Kaufpreises liegt, würde einen entsprechenden Wertberichtigungsbedarf auch nach HGB zwingend erfordern. Bei einem Verkauf der Postbank hätte dies Folgen für die Pflichtwandelanleihen. Die Bank kann nur dann die Zinskupons auf die sogenannten AT1-Papiere auszahlen, wenn keine Abschreibung erfolgt.

Zwei Mal bereits haben 2016 Ängste Investoren aufgeschreckt. Dabei stand jeweils die Frage im Raum, ob die Deutsche Bank in der Lage sei, Zinszahlungen auf die AT1-Anleihen zu leisten. In der Folge kam es in beiden Fällen zu deutlichen Kursverlusten bei den Aktien und den AT1-Papieren.