Banken-Standorte Buhlen um Brexit-Banker: Paris positioniert sich gegen Frankfurt

Das Frankfurter Bankenviertel (l., Foto: Bankenverband) und der Pariser Eiffelturm (Foto: Unsplash)

Das Frankfurter Bankenviertel (l., Foto: Bankenverband) und der Pariser Eiffelturm (Foto: Unsplash)

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„Wann haben Sie zuletzt Ihren Partner zu einem Wochenend-Trip nach Frankfurt mitgenommen?“, fragte Valérie Pécresse, Präsidentin der Region Paris, am Montag auf einer Pressekonferenz in London. Vorausgegangen waren Treffen mit 80 Finanziers und Vermögensverwaltern. „Wenn man irgendwo leben will, schaut man sich alle Aspekte des kulturellen Lebens an - die Küche, die Gesundheitsfürsorge, die Kinderbetreuung - und in dieser Hinsicht liegt Paris in Kontinentaleuropa auf dem ersten Platz.

Paris konkurriert vor allem mit Frankfurt und Dublin um Londoner Banker. Die Finanzfirmen aus der britischen Metropole sind dabei, neue Standorte in der Europäischen Union zu etablieren, bevor Großbritannien voraussichtlich 2019 die Gemeinschaft verlässt. Die Chefs globaler Banken haben Premierministerin Theresa May bereits gewarnt, dass sie in Kürze damit beginnen werden, geschäftliche Aktivitäten und Arbeitsplätze aus London abzuziehen.

„Einzige vergleichbare Weltstadt in Europa“

„Die Stadt der Liebe“ könnte über 20.000 Arbeitskräfte gewinnen, hat Arnaud de Bresson, geschäftsführender Direktor der Pariser Lobbygruppe Europlace erklärt. Paris positioniert sich als das einzige verbleibende globale Finanzzentrum in der Europäischen Union nach dem Brexit. Das Marketing-Material von Europlace stellt heraus, dass die französische Hauptstadt bereits den größten Bondmarkt der Region beheimatet und die zweitgrößte Anzahl an Asset-Managern.

„Paris ist die einzige globale, London vergleichbare Weltstadt in Europa“, sagt Jean-Louis Missika, der Vize-Bürgermeister von Paris. „Wir sind, zusammen mit London, die einzige Stadt mit einer führenden Finanzplattform, beheimaten die Zentralen von Weltklassefirmen in der Branche, haben ein dynamisches Innovations-Ökosystem und beispiellose Universitäts- und Forschungskapazitäten.“