Banken und Fintechs aus London Nach dem Brexit: Die 10 besten Städte für Finanz-Jobs

London (r.) galt bislang als Top-Standort innovativer Start-ups und internationaler Geldhäuser. | © startupstockphotos.com (l.) / Getty Images (r.)

London (r.) galt bislang als Top-Standort innovativer Start-ups und internationaler Geldhäuser. Foto: startupstockphotos.com (l.) / Getty Images (r.)

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„Jeder Mitgliedstaat kann im Einklang mit seinen verfassungsrechtlichen Vorschriften beschließen, aus der Union auszutreten“, heißt es in Artikel 50 des Ende 2009 in Kraft getretenen EU-Vertrages von Lissabon. Erstmalig in Gebrauch nimmt diese Klausel Großbritannien: Neun Monate nach dem Brexit-Votum reicht die britische Premierministerin Theresa May jetzt offiziell die Scheidung von der EU ein. Innerhalb von zwei Jahren soll der Brexit komplett vollzogen sein.

Für die bislang schwerpunktmäßig an der Themse beheimatete EU-Finanzbranche könnte der Sitz in einem Mitgliedsland der Statengemeinschaft damit künftig entscheidend sein, um seine europaweiten Geschäftsbeziehungen fortsetzen zu können. Nach Angaben der britischen Finanzaufsicht nutzten zuletzt etwa 5.500 Institute auf den Britischen Inseln mehr als 300.000 Passregelungen für ihre Auslandsgeschäfte auf dem europäischen Festland.

Frankfurt kämpft mit Konkurrenz

Mit dem Brexit sind also tausende hochqualifizierte Arbeitskräfte im Vereinigten Königreich mit einem möglichen Umzug aus London konfrontiert. Doch welche Städte in Europa sind als Alternativstandorte am attraktivsten? Das zeigt das „Brexit Relocation City Ranking“. Demzufolge belegt Frankfurt den sechsten Platz in der Rangfolge nach typischen Standort-Kriterien für Banker. Dazu zählen der Spitzensteuersatz oder der Prozentsatz an gut Englisch sprechenden Einwohnern.

Dublin ist für Londoner Banker am attraktivsten:

Das Ranking der Städte basiert auf insgesamt zwölf Faktoren.

Unter anderem in der letztgenannten Kategorie punktet Dublin, die nach Angaben der Studienautoren „beste Adresse für Banker“. Denn zudem sind die dort verlangten Mieten für Wohnungen im Premiumsegment erschwinglich und die irische Hauptstadt bietet ein vielfältiges kulinarisches und kulturelles Angebot. Damit sei Dublin für Londons Banker überraschenderweise besser geeignet als die kontinentaleuropäischen Finanzmetropolen Frankfurt oder Paris.

Weitere Ergebnisse der Studie zeigen:

  • Valletta auf Malta hat mit 35 Prozent den niedrigsten maximalen Einkommensteuersatz - Dublin und Amsterdam haben mit 52 Prozent den höchsten maximalen Einkommensteuersatz.
  • Brüssel bietet mit 1.519,33 Euro die erschwinglichste Durchschnittsmiete für Top-Wohnungen - In Paris liegt das Mietpreisniveau mit 3.363,67 Euro für Top-Wohnungen am höchsten.
  • Den durchschnittlich günstigsten Cocktail findet man in Valletta (5,46 Euro) - den teuersten in Paris (12,00 Euro).
  • In Paris findet man die meisten Burberry-Filialen (8), gefolgt von Madrid (4) und Mailand (3).
  • Paris hat die meisten Restaurants mit Michelin-Stern zu bieten (82), gefolgt von Brüssel (19) und Mailand (17).