Baring Frontier Markets Fund „Wachstum zu einem vernünftigen Preis“

Ritz-Carlton Hotel, Riad: Saudi-Arabien ist ein Investitionsziel des Baring Frontier Markets Fund. Foto: Cquelyn Martin/AFP/Getty Images

Ritz-Carlton Hotel, Riad: Saudi-Arabien ist ein Investitionsziel des Baring Frontier Markets Fund. Foto: Cquelyn Martin/AFP/Getty Images

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Der Begriff der Frontier Markets (oder zu Deutsch: Grenzmärkte) ist schon über 20 Jahre alt. Einzug in die deutsche Fondswelt hielt er jedoch erst in den letzten Jahren. Eine einheitliche Definition gibt es nicht: In der Investmentwelt sind mit Frontier Markets meist die Emerging Markets von morgen gemeint.

„Frontier Markets sind Märkte, die sich in einem frühen Entwicklungsstadium befinden“, erklärt Michael Levy, Fondsmanager des Baring Frontier Markets Fund. Sie bestechen durch eine hohe Wachstumsstärke, die viele der klassischen Emerging Markets mittlerweile vermissen lassen.

Vor allem drei Faktoren sprechen nach Ansicht Levys für Frontier-Märkte. Erster Vorteil ist die Demografie. Eine junge Bevölkerung trifft auf hohen Bevölkerungszuwachs. „Nimmt man den allmählichen Städtebau dazu, da Arbeiter vom Land in die Stadt ziehen, sollten die Auswirkungen auf die produktiven Wirtschaftsaktivitäten förderlich sein“, so Levy.

Der zweite Faktor ist der schnelle Wandel. Anziehende Löhne lassen die Nachfrage nach Fernsehern, Autos und anderen Konsumgütern steigen. Der aufkommende Bedarf an Krediten, Bankkonten und Sparprodukten fördert den Finanzsektor.

Als dritten Pluspunkt sieht Levy die Rohstoffe, die in vielen dieser Märkte reichlich vorhanden sind. An den Aktienmärkten wird die neue Wachstumsstory bereits gefeiert. Mit dem Baring Frontier Markets Fund können Anleger daran teilhaben.

In den ersten 15 Monaten seit Auflage Ende April 2013 hat der Fonds um 25,5 Prozent zugelegt. Sein Anlageuniversum umfasst alle Staaten, die nicht im MSCI Developed Market oder in Emerging Market Indizes enthalten sind.

Im Vordergrund stehen 16 Länder: die Golfstaaten Kuwait und Saudi-Arabien, aus Europa Rumänien und Slowenien sowie die ehemaligen Sowjet-Staaten Ukraine und Kasachstan. Aus Afrika kommen Ghana, Kenia und Nigeria hinzu, aus Lateinamerika Argentinien sowie aus Asien die Länder Bangladesch, Irak, Mongolei, Pakistan, Sri Lanka und Vietnam.

Wachstumsstark und günstig


„Unser investierbares Universum besteht aus rund 300 Aktien“, so Levy. Daraus filtern er und sein Team die Titel mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 250 Millionen Dollar heraus, die dann einem umfassenden Investmentprozess unterzogen werden.

Dieser unterliegt – wie bei Barings üblich – der Strategie „Wachstum zu einem vernünftigen Preis“: Levy sucht nach Firmen, die ein vom Markt nicht erkanntes Wachstums- und Ertragspotenzial haben und auf Sicht von zwölf bis 18 Monaten unterbewertet sind.

Die fundamentale Analyse basiert auf fünf Kriterien: Wachstum (Sind positive Überraschungen beim Gewinn zu erwarten?), Liquidität (Stimmen Bilanzstärke und Kapitalbedarf?), Währung (Wie wirken sich Währungsentwicklungen auf die Firmenergebnisse aus?), Management des Unternehmens und Bewertung des Aktienpreises.

Die Ergebnisse fasst jeder Analyst in einer Zahl von 1 bis 5 zusammen, wobei die 1 für eine besonders hohe erwartete Outperformance steht. Ins Portfolio kommen vor allem Titel mit Noten von 1 bis 3. Insgesamt sind 45 bis 70 Aktien im Fonds.

Über ihre Gewichtung entscheidet der Fondsmanager. Gerade in Frontier-Märkten kann sich ein detailliertes Research auszahlen. „Viele Unternehmen sind fehlbewertet. Sie werden nicht richtig verstanden, aber auch nicht ausreichend analysiert“, meint Levy. Aktive Manager können so Preisanomalien nutzen.

Levy sieht zurzeit über alle Frontier Markets hinweg gute Anlagechancen. „Die Bewertungen sind sehr verführerisch. Die Aktien handeln mit einem Abschlag von 20 Prozent auf Emerging-Markets-Aktien“, betont der Fondsmanager. Besonders positiv gestimmt ist er für Saudi-Arabien, Sri Lanka, Nigeria und Kenia.