Baubranche: Schmiergeld-Anteil liegt bei 10 Prozent

Quelle: Fotolia

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16,3 Millionen Menschen arbeiteten 2008 auf dem Bau. Die Baubranche ist Europas größter gewerblicher Arbeitgeber und stellt 7,6 Prozent der Gesamtbeschäftigung und 30 Prozent der Beschäftigung im produzierenden Gewerbe (Stand 2008). Die Branche ist stark fragmentiert und besteht vor allem aus kleinen und mittleren Unternehmen, die im Zuge der Finanzkrise stark unter den Konjunktureinbrüchen gelitten haben. „Ein so schlechtes Jahr wie 2009 gab es seit über zehn Jahren nicht mehr“, erklären die Dexia-Forscher. In den 15 westeuropäischen Ländern ist der Bauumsatz um über 8 Prozent zurückgegangen – und damit mehr als doppelt so stark wie das BIP. Den größten Rückgang verzeichnete der Wohnimmobilienbau, da er stärker auf die Konjunktur reagiert und unter der Immobilienblase litt.

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Kein Wunder also, dass sich die meisten Baufirmen bisher nur wenig um Nachhaltigkeit gekümmert haben. Zu Unrecht, meinen die Dexia-Forscher. Denn durch umweltfreundliche Arbeitsweise und sozial verantwortliche Unternehmensführung können die Firmen viel Geld sparen. Die größten Herausforderungen für die Branche liegen im Personalmanagement, beim Thema Servicequalität, bei der Energieeffizienz und bei der Korruptionsbekämpfung. Personalmanagement Im Personalmanagement stellen der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern sowie die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken am Arbeitsplatz die größten Probleme dar. So sind im Bausektor über 80 Prozent der Arbeiter ungelernt oder haben nur eine einfache Ausbildung. Auf Baustellen sind nur 15 Prozent der Beschäftigten Fach- und Führungskräfte. Das Risiko eines tödlichen Unfalls für Bauarbeiter ist drei bis vier Mal so hoch wie für andere Arbeiter. Darüber hinaus sind die Arbeiter auch der Gefahr von Berufskrankheiten, beispielsweise durch Asbest ausgesetzt. Die finanziellen Folgen für Arbeitgeber, die die Sicherheitsbestimmungen nicht einhalten, können verheerend sein. Ihnen entstehen direkte und indirekte Kosten durch Produktivitätseinbußen, Vertragsstrafen, Wiedergutmachungsleistungen, Sicherheitsüberprüfungen, sowie durch eventuelle Bußgelder und Schadensersatzzahlungen. Hinzu kommen Auswirkungen auf die Reputation und Probleme im Neugeschäft. Die Schätzungen der indirekten Kosten durch Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten schwanken stark. Sie liegen zwischen dem Ein und dem Zwanzigfachen der von den Arbeitgebern gezahlten Unfallversicherungsbeiträge.