BB Adamant Medtech (Lux) Das Übernahmekarussell dreht sich immer schneller

Stefan Blum, Portfoliomanager des BB Adamant Medtech (Lux)

Stefan Blum, Portfoliomanager des BB Adamant Medtech (Lux)

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Auch im Berichtsmonat Februar zeigten sich die globalen Aktienmärkte volatil. Zur Monatsmitte konnten sie die starken Verluste aber weitestgehend neutralisieren. Der breite Aktienmarkt MSCI World Net schloss mit -1,0 Prozent in Euro nur leicht schwächer, während der deutsche Aktienindex Dax mit -3,1 Prozent stärker korrigierte. Auch der Healthcare-Sektor litt unter starkem Abgabedruck und der Nasdaq Biotech Index verzeichnete Verluste von -5,1 Prozent in Euro.

Trotz hoher Volatilität zeigte der Medizintechniksektor erneut seine typisch defensiven Qualitäten. Der Medizintechniksektor (MSCI Healthcare Equipment Prozent Supplies) hat im Jahresverlauf mit -3,9 Prozent deutlich weniger verloren als der Dax mit -11,6 Prozent. Die Unternehmensberichterstattung neigt sich dem Ende zu. Große Überraschungen sind allerdings ausgeblieben.

Stryker baut Notfallmedizin-Bereich aus

Eine Vielzahl neuer Produkte haben für starke Umsatzzahlen gesorgt, obwohl die Patientenvolumen in den USA weniger stark gewachsen sind als erwartet. Dies ist überraschend, da die relevanten Wirtschaftsindikatoren einen stärkeren Anstieg implizieren. Auch das Übernahmekarussell dreht sich mit Transaktionen im Wert von über 13 Milliarden US-Dollar ungebremst weiter. Abbott (+2,4 Prozent) hat seine Diagnostiksparte mit der Übernahme von Alere verstärkt und Stryker (+0,7 Prozent) mit den beiden Akquisitionen Sage Products und Physio-Control International den Bereich der medizinischen Verbrauchsgüter und Notfallmedizin ausgebaut.

Ertragspuffer senkt Investitionsrisiken

Unser Ausblick für den Medizintechniksektor bleibt optimistisch. Das organische Umsatzwachstum hat sich 2015 auf 5 Prozent beschleunigt und wir erwarten auch für 2016 eine weitere leichte Steigerung. Während einige Healthcare-Subsektoren durch Preisängste der Anleger belastet werden, bleibt dem Medizintechniksektor der Status des „sicheren Hafens“ erhalten.

Die Konsolidierung hat dabei erst begonnen. Wir erwarten in diesem Jahr weitere große Unternehmenszusammenschlüsse und -übernahmen, denn die Bilanzen der großen Medizintechnikunternehmen sind prall gefüllt. Dank der Aussetzung der US-Medtech-Steuer können die Konzerne über die nächsten zwei Jahre die Produktentwicklung beschleunigen. Sie verfügen so außerdem über einen Ertragspuffer, der das Risiko von Enttäuschungen im laufenden Jahr deutlich senken dürfte.