BB African Opportunities Ausverkauf an afrikanischen Märkten

Volle Fahrt voraus für Ägypten: Nach dem Ausbau des Suezkanals soll eine Freihandelszone errichtet werden. Foto: GettyImages

Volle Fahrt voraus für Ägypten: Nach dem Ausbau des Suezkanals soll eine Freihandelszone errichtet werden. Foto: GettyImages

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Die umfangreichen Ausverkäufe an den Schwellen- und Grenzmärkten machten im August auch vor Afrika nicht halt. Der MSCI Emerging Markets verlor -9,2 Prozent und der Dow Jones Africa Titans 50 -8,1 Prozent. Im Juli hatten diese beiden Indizes bereits -7,3 Prozent und -11,3 Prozent eingebüßt. Zu dieser Verschlechterung trug die allgemeine Abwertung afrikanischer Währungen gegenüber dem US-Dollar zusätzlich bei.

Nigeria kämpft mit Rückgang der Öl- und Gasaktivitäten

Nigeria verzeichnete ein Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) um 2,4 Prozent im zweiten Quartal 2015. Dies stellt einen deutlichen Abschwung im Vergleich zum ersten Quartal 2015 (4,0 Prozent) und vierten Quartal 2014 (5,9 Prozent) dar. Zurückzuführen ist dies auf den anhaltende Rückgang der Öl- und Gasaktivitäten, die Kontraktion der verarbeitenden Industrie und eine Abkühlung im Dienstleistungssektor.

Neben den makroökonomischen Herausforderungen beeinträchtigen außerdem die „unorthodoxen Maßnahmen“ der Zentralbank zur Verteidigung des Nigerianischen Naira (NGN) zunehmend die Realwirtschaft. Schritte wie zum Beispiel Devisenkontrollen haben auch unmittelbare Auswirkungen auf ausländische Investoren. Der Markt beendete den August fast zwei Prozent schwächer nach einem zwischenzeitlichen Tief von -7 Prozent in NGN. Zudem hatten Anleger damit zu kämpfen, ihr Geld wegen der begrenzten Devisenverfügbarkeit aus dem Land abzuziehen.

Ägyptische Investitionen im Energiesektor zahlen sich aus

Ägypten büßte im Monatsverlauf 11,5 Prozent in Ägyptischen Pfund ein. Hauptauslöser hierfür war die Befürchtung von geringerer finanzieller Unterstützung durch die Mitgliedsstaaten des Golfkooperationsrates. Die von den Unternehmen präsentierten Zahlen fallen durchaus gemischt aus. Auch die investitionsgetriebene konjunkturelle Erholung dauert länger an als erwartet - aber die negative Marktreaktion lässt einige positive Entwicklungen unberücksichtigt.

Ägypten erhält weitere 2,9 Milliarden US-Dollar aus Saudi-Arabien trotz niedrigerer Ölpreise, und Investitionen im Energiesektor zahlen sich aus. Darüber hinaus wurde die Kapitalertragssteuer für zwei Jahre ausgesetzt und die Körperschaftssteuer von 30 Prozent auf 22,5 Prozent gesenkt. Außerdem bietet die Freihandelszone, die nach dem Ausbau des Suezkanals errichtet werden soll, zusätzliches Potenzial. Wir stufen die mittelfristigen Aussichten des Landes daher weiterhin positiv ein.

Marokko und Tunesien mit Währungsaufwertungen

Der Südafrikanische Rand und der Kenianische Schilling werteten im vergangenen Monat erneut ab. Der Marktausblick für Südafrika erscheint jedoch deutlich schlechter als der für Kenia. Das südafrikanische BIP-Wachstum wird im Jahr 2015 voraussichtlich auf ein Niveau von ein bis zwei Prozent sinken. Für Kenia hingegen wird ein Wachstum von vier bis fünf Prozent erwartet. Beide Märkte gaben im August fast vier Prozent nach.

Marokko und Tunesien verbuchten mit -4,0 Prozent und -2,6 Prozent die geringsten Verluste im afrikanischen Markt. Die leichte Aufwertung ihrer Währungen gegenüber dem US-Dollar verringerte die generellen Einbußen zum Teil.

Im Juni begann eine globale Verkaufswelle infolge makroökonomischer Sorgen um China und Rohstoffpreise. Seitdem haben wir unsere Barmittel kontinuierlich aufgestockt. Dadurch können wir gezielt Gelegenheiten ergreifen, die sich sicherlich auftun werden sobald sich die Lage beruhigt hat. Wir kürzen nun auch unser Low-Beta-Engagement in Ägypten. Bis Jahresende werden wir allerdings mindestens sechs Ländern Besuche abstatten, um die Lage vor Ort einzuschätzen und unsere Positionierung anzupassen.