BB African Opportunities „Die Nigerianische Börse meiden wir lieber“

Ein Mann entlädt Säcke auf dem Markt von Maiduguri, Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Borno. Die Wirtschaft Nigerias hängt immer noch sehr stark von Rohstoffpreisen ab | © Getty Images

Ein Mann entlädt Säcke auf dem Markt von Maiduguri, Hauptstadt des nigerianischen Bundesstaates Borno. Die Wirtschaft Nigerias hängt immer noch sehr stark von Rohstoffpreisen ab Foto: Getty Images

Vor allem aus Nigeria gab es im Monat Mai Neuigkeiten. Der nigerianische Aktienmarkt legte bei hohem Handelsvolumen 14,5 Prozent zu. Der erneute Optimismus dürfte auf lokale Anleger zurückzuführen sein, die nach der Einführung des Nafex Geldwechselsystems durch die Nigerianische Notenbank (CBN) damit rechneten, dass die ausländischen Investoren in großer Zahl zurückkehren. Nafex ermöglicht es Banken, jene Kauf-und-Verkaufsaufträge ihrer Kunden intern abzugleichen, die in US-Dollar stattfinden. Daten über getätigte Transaktionen und das Ausmaß der Interventionen der Notenbank sind dabei nicht verfügbar.

Nach unserer Erfahrung dauerte die Rückführung geringer Kapitalmengen aus dem Land anstatt Monate nur noch Wochen, und die Transaktion wurde bei einem Wechselkurs von 400 Nigerianischen Naira / US-Dollar abgewickelt verglichen mit dem Interbanken-Wechselkurs der CBN von 315 Nigerianischen Naira / US-Dollar. Der neue Wechselkurs stellt für die Portfoliobewertung keine zufriedenstellende Alternative dar.

Ägypten hebt die Zinsen

Ägyptens Zentralbank (CBE) hat die Zinsen um 200 Basispunkte angehoben. Eine kontroverse Entscheidung, denn die private Nachfrage sinkt aufgrund der hohen Inflation Gleichzeitig herrscht jedoch Nachfragedruck auf staatlicher Seite. Der Aktienmarkt erholte sich rasch von dieser Überraschung zu Monatsbeginn und schloss 7,3 Prozent fester, da die Transmissionsmechanismen geldpolitischer Entscheidungen schwach ausgeprägt sind und Banken zu den Nutznießern zählen. Zudem hat Ägypten die für die Auszahlung der zweiten Kredit-Tranche erforderliche IWF-Überprüfung problemlos bestanden und sammelte an den internationalen Märkten 3 Milliarden US-Dollar zu günstigen Konditionen ein. Darüber hinaus stiegen die Zuflüsse im Fixed-Income-Bereich aus dem Ausland auf 7,5 Milliarden US-Dollar. Überraschenderweise wertete das Ägyptische Pfund gegenüber dem US-Dollar noch nicht auf.

In Kenia steigt die Spannung im Vorfeld der Wahlen. Der Markt zeigte sich jedoch unbeeindruckt und legte 11,3 Prozent zu, vorwiegend getrieben durch den Telekomanbieter Safaricom sowie Bankentitel. Die derzeitige Regierung hält unbeirrt an ihrer Wirtschaftspolitik fest, obwohl die Lage weniger rosig ist, als die makroökonomischen Daten suggerieren. Diese verwirrende Situation bereitet uns schon seit einiger Zeit Kopfzerbrechen.

Südafrika: Rand wertet auf

In Südafrika hat im Spannungsfeld zwischen den politischen Ungewissheiten des Landes und den weltweit günstigen monetären Rahmen-bedingungen letztere die Oberhand gewonnen. Daraufhin wertete der Südafrikanische Rand auf und die Anleiherenditen fielen deutlich wegen der Zuflüsse ausländischer Anleger. Der Aktienmarkt bot eine verhältnismäßig schwache Performance und büßte 0,5 Prozent ein. Auch die Quartalszahlen der Unternehmen spiegeln das schwache Wirtschaftswachstum des Landes zunehmend wider.

Wir meiden weiterhin die nigerianische Börse, da die fehlende Transparenz des neuen Nafex-Devisenfensters unserer Meinung nach keinen adäquaten Kapitalschutz bietet. Ein Einstieg in den Markt zu diesem Zeitpunkt erscheint uns äußerst spekulativ. Mittel-bis langfristig hängen Nigerias konjunkturelle Perspektiven in Ermangelung einer konsistenten Wirtschaftspolitik und ernsthafter Reformen immer noch vom Ölpreis ab.