BB African Opportunities „In Ägypten bestimmten wieder die Bullen das Börsengeschehen“

Malek Bou-Diab, Portfolio Manager des BB African Opportunities

Malek Bou-Diab, Portfolio Manager des BB African Opportunities

// //

In Ägypten bestimmten wieder die Bullen das Börsengeschehen. Der EGX30 beendete den Dezember 9,7 Prozent fester. Auffällig ist die Widerstandsfähigkeit des Marktes zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Sicherheitslage innerhalb des Landes verschlechterte.

So beherrschten Nachrichten über Terroranschläge und zunehmende Proteste studentischer Anhänger der Muslimbruderschaft die Schlagzeilen. Der Leitzins wurde um 50 Basispunkte gesenkt. Das untermauert unsere Vermutung, dass die Zentralbank die Schlagkraft der GCC-Finanzspritze für die lokale Wirtschaft verstärken will. Ungeachtet der vielen Turbulenzen schloss die ägyptische Börse das letzte Jahr mit einem Plus von 24 Prozent.

Dangote Cement zieht Nigerias Börse nach oben

Der nigerianische All Share Index legte im Monat 6,2 Prozent zu, im Gesamtjahr 2013 überragende 47,2 Prozent. Das ist zwar eine beeindruckende Performance, allerdings fällt die etwas eigenartige Index-zusammensetzung ins Auge: Dangote Cement ist mit über 30 Prozent gewichtet, obwohl der Streubesitz des Unternehmens lediglich 5 Prozent beträgt.

Die Aktie verzeichnet eine starke Nachfrage bei schwachem Angebot. Daraus resultiert eine bemerkenswerte Jahresperformance von 71 Prozent, die ungefähr hälftig zur Performance des nigerianischen Aktienmarktes beitrug.

Die kenianische Börse büßte im Dezember 3,2 Prozent ein. Gegen Monatsende drehte der Markt jedoch wieder ins Positive. 2013 legte Kenias Aktienmarkt 44 Prozent zu und wurde vor allem durch das Telekomunternehmen Safaricom (+115 Prozent) und erstklassige Bankentitel getrieben.

Schwacher Rand dämpft Südafrikas Aktienmarkt

Der südafrikanische All Share Index gewann im Dezember 2,8 Prozent und schloss mit einem Jahresgewinn von 17,8 Prozent. In US-Dollar fiel die Marktperformance allerdings weniger beeindruckend aus, denn der Rand zählte im letzten Jahr zu den schwächsten Währungen im Schwellenländerraum und verlor 19,4 Prozent auf den US-Dollar. Im Gegensatz zu anderen Zentralbanken aufstrebender Länder verzichtete die SARB zum Schutz ihrer Währung im Jahr 2013 auf Leitzinserhöhungen.

Ähnlich verhält es sich in Ghana. Der Cedi büsste 2013 infolge der lockeren Makro-Rahmenbedingungen 19,3 Prozent gegenüber dem US-Dollar ein, während der Aktienmarkt ein beachtliches Plus von 78 Prozent erzielte, das vorrangig durch Banken- und Verbrauchertitel in einem dennoch äußerst illiquiden Markt getragen wurde.

Die Börsen in Marokko und Tunesien schnitten 2013 mit einem Minus von 2,6 und 4,3 Prozent deutlich schlechter als die übrigen Aktienmärkte ab. Verantwortlich dafür sind in Marokko ein deutlich niedrigeres Gewinnwachstum und hohe Bewertungen, in Tunesien ist es hingegen die andauernde Auseinandersetzung des Landes mit seiner Revolution.

Positionierung und Ausblick

Der Fonds entwickelte sich im vergangenen Jahr deutlich besser als sein Benchmark, nachdem sich unsere Ägypten-Strategie in der zweiten Jahreshälfte ausgezahlt hat. Der Januar wird für Ägypten mit Blick auf das anstehende Verfassungsreferendum und den Jahrestag der Revolution ein kritischer Monat.

In Subsahara-Afrika beobachten wir weiterhin die Kapitalflüsse und werden unsere Strategie gegebenenfalls anpassen. Die Richtung des US-Dollar-Kurses dürfte in unmittelbarer Zukunft eine wichtige Rolle für die Märkte spielen, in denen wir investiert sind.

Über die Fonds-Strategie

Der Fonds investiert vorwiegend in börsennotierte Unternehmen in den aufstrebenden Ländern Afrikas. Es sind dies insbesondere Länder Nordafrikas und der Sub-Sahara, die von zunehmendem Strukturwandel, Wirtschaftsreformen, Infrastrukturinvestitionen als auch von hohen Rohstoffvorkommen profitieren und noch weitgehend unerschlossene Anlagepotenziale eröffnen.

Der Fonds investiert aber auch in attraktive Anlageopportunitäten in Südafrika. Erfahrene Schwellenländer-Spezialisten, die mitunter selbst aus der Region stammen, fokussieren auf profitable gross- und mittelkapitalisierte Unternehmen, die von der starken Wachstumsdynamik der Region in besonderem Masse profitieren. Mittels eines fundamentalen bottom-up und top-down Ansatzes wählen die Spezialisten die attraktivsten Unternehmen aus und konstruieren aus 50 bis 70 Titeln ein über Länder und Sektoren breit diversifiziertes Portfolio.