BB African Opportunities In Ägypten regiert der Schwarzmarkt

Proteste in Marokko: Zwar stehen erfreuliche Fusionen an, doch Polizeigewalt und Misstrauen gegenüber der Regierung destabilisieren das Land – wie auch viele andere Staaten auf dem afrikanischen Kontinent. | © Getty Images

Proteste in Marokko: Zwar stehen erfreuliche Fusionen an, doch Polizeigewalt und Misstrauen gegenüber der Regierung destabilisieren das Land – wie auch viele andere Staaten auf dem afrikanischen Kontinent. Foto: Getty Images

Der BB African Opportunities-Fonds verbuchte im Oktober die zweitbeste Monatsperformance des Jahres. Marokko und Ägypten legten in Lokalwährung jeweils 5,2 und 6,4 Prozent zu. Damit trugen sie mehr als die Hälfte zur Fondsperformance bei (3,9 Prozent in Euro / B-Anteile).

Fusionen in Marokko

In Marokko hat die Attijariwafa Bank – die nach der Bilanzsumme größte Bank Marokkos – die Übernahme des Barclays Geschäftsfelds in Ägypten für 500 Millionen US-Dollar bekannt gegeben und setzte damit ihren Expansionskurs in Afrika fort. Die Aktie der Bank stieg um 15 Prozent, gefolgt von Börsenneuling Marsa Maroc, dem führenden Hafenbetreiber des Landes. Dieser legte dank besseren Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2016 als erwartet, um 14 Prozent zu.

Die positiven Ereignisse werden von Nachrichten in der Küstenstadt Al-Hoceima überschattet. Dort kam es zu Protesten, nachdem ein Fischhändler nach heftigem Streit mit der Polizei tragisch ums Leben kam. Die von den Medien zu den Protesten 2011 in Tunesien gezogene Parallele erscheint voreilig und wurde vom Markt ignoriert.

Ägypten räumt auf

Ägyptens Markt prägen weiterhin Neuigkeiten zum Deal des Internationalen Währungsfonds (IWF) mit der ägyptischen Regierung, der dem Land Kredite von zwölf Milliarden Euro sichern soll, sowie von der massiven Abwertung der Landeswährung. Vor dieser versucht sich die lokale Bevölkerung durch Aktienkäufe zu schützen.

Des Weiteren bereitete die Regierung die Bevölkerung auf die Umsetzung ihres Reformprogramms vor. Finanzminister Amr El-Garhy, Starinvestor Mohamed El-Erian und Premierminister Scherif Ismail überraschten mit einer offenen Debatte in einer bekannten Talkshow. Im Verlauf dieser Show kritisierte die Regierung vor allem den Premier für die Handhabung der Wirtschaft. Als Reaktion auf die Vorwürfe verhielt sich der Wechselkurs auf dem Schwarzmarkt volatil und sprang bei geringen Volumen auf den Preis von über 18 Ägyptische Pfund (EGP) pro US-Dollar. Treiber dafür sind wegen mangelnder Transparenz auf diesem Markt schwer auszumachen.

Stagnation in Subsahara-Afrika

Tunesiens Performance beeindruckte mit einem Anstieg auf 2,8 Prozent in Lokalwährung weniger als die Ägyptens. Grund dafür ist der Widerstand, den das Parlament und wichtige Gewerkschaften gegen die Sanierungsagenda der neuen Regierung leisten.

In Subsahara-Afrika ist die Lage weiterhin festgefahren: Der Nigerianischen Zentralbank (CBN) und Nigerias Bundesregierung fehlt nach wie vor ein ausgereifter Plan, wie das Land aus der Rezession zu führen und die Devisensorgen zu vertreiben sind. Die Börse gab 3,9 Prozent nach, während die Landeswährung Naira wegen sehr geringer Liquidität gegenüber dem US-Dollar 1,4 Prozent aufwertete.

Kenias Aktienmarkt trat auf der Stelle, Südafrika hingegen beendete den Monat mit einem Minus von 2,6 Prozent – die wenig inspirierende  Haushaltsrede des Finanzministers Pravin Gordhan spiegelte die allgemeine Stimmung angemessen wider.

Engagement verringert

Wir haben unser Engagement in Ägypten wegen des schwächeren Schwarzmarkt-Wechselkurses des EGP während der Rally deutlich verringert, da sich eine Abwertung negativ auf das Portfolio auswirken könnte. Jedoch  halten wir uns die Möglichkeit für einen Wiedereinstieg in den Markt offen – vorausgesetzt, dass die kurzfristigen Risiken nachlassen, die mit der Umsetzung von Reformen zusammenhängen, und die Währungskosten geringer werden.

Unsere Positionen in Kenia haben wir reduziert, da die  jüngsten Interventionen der Behörden im Vorfeld der Wahlen im kommenden Jahr den Unternehmen schaden.