BB African Opportunities „Konventionelle Geldpolitik kann nach wie vor Früchte tragen“

Malek Bou-Diab, Portfoliomanager des BB African Opportunities (Foto: Bellevue Asset Management)

Malek Bou-Diab, Portfoliomanager des BB African Opportunities (Foto: Bellevue Asset Management)

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Der Absturz eines russischen Flugzeugs sowie die ungewöhnlichen monetären Maßnahmen des neuen Chefs der ägyptischen Zentralbank (CBE) verunsicherten die Anleger in Ägypten im November. Nachdem sich die Lage der Importunternehmen durch die Stärkung der Bankenliquidität verbessert hatte, setzten die staatlichen Banken den Einlagenzins um 2,5 Prozent auf 12,5 Prozent hoch. Gleichzeitig hob die CBE den Wechselkurs des Ägyptischen Pfund (EGP) gegenüber dem US-Dollar überraschend um 2,6 Prozent an. Damit machte sie die Abwertung vom Oktober wieder rückgängig. Der Ägyptische Aktienindex EGX30 beendete den Monat mit einem Minus von 15,3 Prozent.

Nigerias Aktienmarkt brach im November um 6,2 Prozent ein

In Nigeria ist der Prozess der Regierungsbildung abgeschlossen. Erste Hinweise auf den künftigen Kurs der Fiskal- und Geldpolitik sind zu erkennen. Nachdem der Naira durch Importbeschränkungen und Devisenkontrollen gestützt wurde, flutete die Zentralbank den Markt mit Liquidität. Sie reduzierte den Mindestreservesatz der Banken und setzte den Leitzins von 13 auf 11 Prozent herab. Der Renditerückgang bei den Staatspapieren dürfte mithelfen, die Ausweitung des nigerianischen Haushaltsdefizits zu finanzieren.

Nigerianische Aufsichtsbehörden machten darüber hinaus von sich reden, indem sie verschiedene Unternehmen mit teils horrenden Strafgeldern belegten. Besonders schmerzhaft dürften die 5,2 Milliarden US-Dollar sein, die die Telekommunikationsfirma MTN Nigeria entrichten muss, weil sie nicht registrierte SIM-Kartenanschlüsse nicht gekappt hatte. Der Aktienmarkt brach um 6,2 Prozent ein, die Liquidität verschlechterte sich weiter spürbar.

Kenianischer Schilling stabilisiert sich gegenüber US-Dollar

Auch Südafrika schloss 4,1 Prozent tiefer, in erster Linie aufgrund von Verlusten im Rohstoffsektor und bei dem Telekommunikationsunternehmen MTN. Trotz schwachen Wirtschaftswachstums sah sich die Zentralbank durch die Schwäche des Südafrikanischen Rand (ZAR) veranlasst, den Leitzins um 25 Basispunkte anzuheben. Da der ZAR dennoch auf ein Allzeittief gegenüber dem US-Dollar fiel, dürften weitere geldpolitische Maßnahmen erforderlich werden.

In Tunesien führten ein Terroranschlag und Streitigkeiten innerhalb der Mehrheitspartei zu einem Börsenrückgang von 3,2 Prozent. In einem schwierigen Gesamtumfeld erwies sich Marokko dagegen als vergleichsweise sicherer Hafen, der um 0,3 Prozent fester schließen konnte. Top-Performer im Berichtszeitraum war Kenia mit einem Plus von 4,5 Prozent. Die Stabilisierung des Kenianischen Schilling gegenüber dem US-Dollar zeigt, dass konventionelle Geldpolitik nach wie vor Früchte tragen kann.

Unorthodoxe Geldpolitik in Nigeria

Dank einer schrittweisen Risikominderung konnten wir die jüngsten Verwerfungen in Ägypten erfolgreich abfedern. Kurz- bis mittelfristig sehen wir ein bedeutendes Aufwärtspotenzial, falls bei der Devisenbewirtschaftung tatsächlich ein Umdenken einsetzen sollte. Die von der CBE ergriffenen Maßnahmen scheinen den Boden für eine Schwächung und damit für eine freiere Schwankung des ägyptischen Pfunds zu bereiten. Solange dieser Zustand allerdings noch nicht erreicht ist, werden wir unseren Kurs der Risikominimierung beibehalten.

In Nigeria könnte die Liquiditätsflut zu einer Aktienrally führen, die von lokalen Anlegern auf der Suche nach attraktiven Renditen angetrieben wird. Allerdings bietet das Makroumfeld noch kein ungetrübtes Bild, und auch eine „unorthodoxe“ Geldpolitik könnte auf mittlere bis lange Sicht Probleme bereiten. Angesichts unseres langfristigen Anlagehorizonts und der technischen Aspekte warten wir auch hier mit Zukäufen ab.