BB African Opportunities Nigerias Zentralbank überrascht

Fußballspielende Kinder in Johannesburg, Südafrika. Südafrikanische Standardwerte wurden im BB African Opportunities jüngst erhöht. (Bild: Getty Images)

Fußballspielende Kinder in Johannesburg, Südafrika. Südafrikanische Standardwerte wurden im BB African Opportunities jüngst erhöht. (Bild: Getty Images)

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Nigeria stand im Juni erneut im Zentrum der Aufmerksamkeit. Nach der Einführung neuer Richtlinien für den Devisenhandel überraschte die Zentralbank den Markt, indem sie den Nachfrageüberhang nach US-Dollar um circa 4 Milliarden US-Dollar abbaute, davon etwa 500 Millionen US-Dollar über den Spot-Markt und den Rest über die neu eingerichtete OTC-Futures-Börse.

Lokale und vereinzelte ausländische Investoren reagierten positiv, woraufhin der Aktienmarkt um 7 Prozent gegenüber dem Vormonat zulegte, während der Naira gegenüber dem US-Dollar aber über 40 Prozent abwertete. Ausländische Fixed-Income-Investoren sind aber nicht an den Markt zurückgekehrt, da

1) der Wechselkurs Nigerianische Naira zu US-Dollar bei 280-285 verharrt und sich trotz der geringen Liquidität von US-Dollar auf dem Interbankenmarkt kaum bewegte und

2) der Futures-Markt aus nicht lierferbaren und auf Nigerianische Naira lautenden Terminkontrakten besteht und Anleger daher bei Fälligkeit keinen Anspruch auf Auszahlung in US-Dollar haben.

Bisher ist es der Central Bank of Nigeria (CBN) nicht gelungen, das Versprechen einer höheren US-Dollar-Liquidität und eines flexibleren Wechselkurssystems einzulösen, was ihre Glaubwürdigkeit weiter untergraben könnte.

Aktiensturz in Ägypten

Mit Beginn des Ramadan setzte in Ägypten die ruhigere Phase mit reduzierten Handelszeiten und -volumina ein. Allerdings reagierte die Notenbank auf eine höhere Inflation (12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr im Mai) prompt mit der Anhebung der Zinsen um 100 Basispunkte.

Dieser unerwartete Schritt und die weltweit negativen Auswirkungen des Brexit bescherten dem Ägyptischen Aktienindex EGX30 ein Minus von 7,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Während ein Eingreifen des Internationalen Währungsfonds den Markt sicher beruhigen würde, werden sichtbare Erfolge der Finanzreformen und die flexiblere Gestaltung des Devisenregimes künftig an Bedeutung gewinnen.

Festigung in Südafrika

Südafrika, dessen BIP im ersten Quartal dieses Jahres um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurückging, konnte eine Herabstufung auf Ramschniveau verhindern. S&P räumte mehr Zeit für eine Konsolidierung der Finanzen des Landes ein.

Der Rand erlebte heftige Schwankungen, tendierte jedoch zu einer Festigung und wertete gegenüber dem US-Dollar 6,3 Prozent auf. Südafrikas Aktienmarkt büßte wegen Sorgen um die globalen Märkte 3,1 Prozent gegenüber dem Vormonat ein.

Marokko: Privatisierung von Staatsvermögen

Marokko setzt mit dem Börsengang des Hafenbetreibers Marsa Maroc die versprochene Privatisierung von Staatsvermögen um. Der Markt gab 2,5 Prozent nach, da lokale Anleger sich am Markt Liquidität für die Teilnahme an der oben erwähnten mehrfach überzeichneten Erstemission verschafften.

Die Börsen in Tunesien und Kenia schlossen 3,6 Prozent und 2,1 Prozent gegenüber dem Vormonat schwächer. Dieser Umstand ist allem Anschein nach dem Abfluss ausländischer Gelder geschuldet.

Schwerpunkt: Goldunternehmen und südafrikanische Standardwerte

Wir verringerten unser Engagement in Ägypten in Ermangelung einer positiven Marktreaktion auf die soliden Unternehmenszahlen. Außerdem reduzierten wir unser Exposure in Kenia, nachdem der Markt nicht von der Zinssenkung im vergangenen Monat profitieren konnte. Die Erlöse verschafften uns die Flexibilität für eine weitere Erhöhung unserer taktischen Positionen in Goldunternehmen und in südafrikanischen Standardwerten.

Was Nigeria anbelangt, teilen wir die Meinung der Fixed-Income-Anleger, dass die oben erwähnten neuen Regelungen für den Devisenhandel deutlich hinter den Versprechungen der CBN zurückbleiben. Wir betrachten den Markt nach wie vor eher als „Value-Trap" denn als eine Chance.