BB African Opportunities Warum Nigeria die Rückkehr von ausländischen Anlegern erwartet

Marktstand in Lagos, Nigeria. Die Bevölkerung spürt die Inflation anhand stark ansteigender Lebenshaltungskosten. (Bild: Getty Images)

Marktstand in Lagos, Nigeria. Die Bevölkerung spürt die Inflation anhand stark ansteigender Lebenshaltungskosten. (Bild: Getty Images)

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Nigeria stand im Mai im Rampenlicht und übertraf die übrigen Märkte Afrikas, während die positive Stimmung gegenüber Schwellenländern und Rohstoffen umschlug. Die nigerianische Börse gewann im Monatsverlauf 10,4 Prozent in Lokalwährung, größtenteils getrieben durch lokale Anleger, die auf eine rasche Rückkehr ausländischer Investoren spekulierten. Als Impulsgeber erwies sich zunächst die Anhebung des staatlich geregelten Ölpreises – von 86 Nigerianischen Naira/Liter auf 145 Nigerianische Naira/Liter.

Im weiteren Monatsverlauf sorgte außerdem das Versprechen der Zentralbank, das Devisenregime flexibler zu gestalten für positive Stimmung. Einzelheiten über die Absichten der Nigerianischen Zentralbank sind noch nicht bekannt. Wir bezweifeln jedoch, dass sie sich gleichzeitig sowohl um einen stabilen Naira als auch um eine solidere Devisenliquidität kümmern kann, vor allem angesichts derzeitiger Realzinsen von -2 Prozent.

Tatsächlich hielt die Zentralbank ihren Leitzins unverändert bei 12 Prozent, ungeachtet einer Inflation, die im April mit 13,7 Prozent ihren höchsten Stand seit August 2010 erreichte. Der hohe Zins sollte den Druck auf die abgewürgte Wirtschaft verringern, die im ersten Quartal 2016 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,4 Prozent erlitt.

Kenia: Zweifel am Bankensektor sorgen für Einbußen

Der Ägyptische Aktienindex EGX30 büßte im Mai 3,7 Prozent ein. Langwierige Gesetzgebungsverfahren verhindern die rasche Umsetzung wichtiger Reformen. Letzteres sowie die Ungewissheit um die Absturzursache der Egypt-Air-Maschine schränken die Neubewertung des Aktienmarktes ein.

Mit Blick auf Ostafrika senkte die kenianische Zentralbank ihren Leitzins um 1 Prozent auf 10,5 Prozent. Dies spiegelt die bessere Außenhandelsposition, den anhaltenden Aufbau von Devisenreserven und eine rückläufige Inflation wider. Ängste um einen weiteren Anstieg notleidender Kredite im Bankensektor bescherten dem Markt ein Minus von 2,3 Prozent.

Ruhige Ramadan-Phase in Ägypten erwartet

Südafrika legte im Mai um 1,8 Prozent zu. Das ist eine recht schwache Performance verglichen mit den überraschend guten Erstquartalszahlen der Banken und Unternehmen aus dem Sektor schnell drehender Produkte. Es zeigt, dass Anleger mit Blick auf die künftigen Makrorisiken vorsichtig bleiben. Der Südafrikanische Rand verlor 10,4 Prozent auf den US-Dollar und Südafrikas Zentralbank hielt ihren Repo-Satz unverändert bei 7 Prozent angesichts der nach wie vor schwachen Aussichten für das BIP-Wachstum.

Wir reduzierten unser Engagement in Ägypten, um in Erwartung der gewöhnlich ruhigen Ramadan-Phase Gewinne mitzunehmen. Außerdem legen wir ein ganz besonderes Augenmerk auf die jüngsten Entwicklungen in Nigeria und halten an unserer Untergewichtung fest. Denn der Umgang der meisten Aktienindizes mit diesem Land spiegelt unseres Erachtens nach die mit der dortigen Devisenlage verbundenen Risiken nicht angemessen wider.