BB Biotech (Lux) Starke Fundamentaldaten für Unternehmen aus dem Biotech-Sektor

Christian Lach, Portfolio Manager des BB Biotech (Lux)

Christian Lach, Portfolio Manager des BB Biotech (Lux)

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Die Aktienmärkte schlossen den Dezember generell leicht im Minus. Der S&P 500 Index gab 0,4 Prozent in US-Dollar nach. Der Nasdaq Biotech Index (NBI) beendete den Monat mit 0,1 Prozent in US-Dollar praktisch unverändert. Im Dezember präsentierten sich die Märkte leicht volatil. Das lag vor allem an der erwarteten Zinsstraffung der US-Notenbank infolge der starken US-Wirtschaft sowie an den Deflationsängsten in Europa. Letztere veranlassten die Europäische Zentralbank (EZB) dazu, sich zu neuen monetären Maßnahmen zu äußern, was dem US-Dollar zusätzlichen Auftrieb gab. Die Volatilität des Nasdaq Biotech Index nahm zu – insbesondere wegen der erneut aufgeflammten HCV-Preisdiskussionen.

Biogen Idec überrascht positiv

Im Biotech-Sektor leisteten die folgenden fünf Unternehmen einen beachtlichen Performancebeitrag: Das Unternehmen Isis profitierte von beeindruckenden Phase-II-Daten für Isis-FXI zur Prävention venöser Thrombosen nach Kniegelenkersatz. Synageva kam der Fortschritt bei der Einreichung ihres Zulassungsantrages für Sebelipase Alfa bei LAL-Mangel in den USA und Europa sowie Pipeline-Erfolge zugute. Biogen Idec überraschte mit positiven klinischen Daten für ihren Antikörper BIIB037 bei Alzheimer, der die Kognition bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung verbesserte. Neurocine Biosciences feierte mit dem Eintritt von NBI-77860 in die klinische Phase einen Erfolg ihrer Wirkstoff-Pipeline bei seltenen Krankheiten. Und das Unternehmen Agios legte ermutigende Phase-I-Daten für seinen IDH2-Inhibitor AG-221 bei Patienten mit fortgeschrittenen Formen von Blutkrebs und bestimmten IDH2-Mutationen vor. AG-221 ist ein Isocitrat-Dehydrogenase-2-Inhibitor (First-in-Class), den Agios gemeinsam mit Celgene entwickelt.

Gilead leidet unter Preisnachlässen

Negativ fielen Gilead, Pharmacyclics, Puma und Immunogen auf. Gilead litt unter den Preisnachlässen, die der Pharma-Großhändler Express Scripts von AbbVie für deren Hepatitis-C-Medikament erhält. Pharmacyclics legte fundierte klinische Daten vor, hatte aber indirekt unter der zunehmenden Konkurrenz im Blutkrebsbereich zu leiden. Puma meldete Verzögerungen beim Zulassungsantrag für Neratinib. Immunogen belastete ein überraschender Misserfolg von Kadcyla bei Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium trotz seines starken Nutzens bei HER2-positivem metastasierendem Brustkrebs.

Regulatorisches Umfeld bleibt stabil

Wir stehen dem Biotech-Sektor angesichts der starken Fundamentaldaten und noch attraktiven Bewertungen mit einem KGV für 2015 von etwa 20x im Large-Cap-Bereich weiterhin positiv gegenüber. Anleger können in diesem Jahr vom Potenzial vieler für 2015 erwarteter klinischer und regulatorischer Events profitieren. Ferner bleibt das regulatorische Umfeld stabil. Und das Thema Medikamentenpreise in der EU hat scheinbar an Gewicht verloren.