BB Biotech Zurück in die Wachstumsspur

Dr. Daniel Koller, Head Management Team von BB Biotech

Dr. Daniel Koller, Head Management Team von BB Biotech

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Die gute Nachricht vorweg: Die langfristige Story im Biotech-Sektor ist intakt, gut aufgestellte Unternehmen werden auch weiter von dem Megatrend profitieren. Das gilt besonders für die börsennotierte Beteiligungsgesellschaft BB Biotech. Das Unternehmen zählt mit einem verwalteten Vermögen von rund 3,46 Milliarden Schweizer Franken (Stand Ende September) zu den größten und erfahrensten Biotech-Investoren in Europa.

Trotz der positiven Aussichten und der fundamentalen Stärke des Sektors blieb die in der Schweiz beheimatete und im Stoxx Europe 600 notierte Beteiligungsgesellschaft von den volatilen Märkten und der erhöhten Nervosität bei Biotech-Anlegern nicht verschont: Nach einem starken Kursanstieg in den Vorquartalen hat die Aktie zuletzt einen Teil der Gewinne im laufenden Jahr wieder abgegeben.

Der Aktienkurs von BB Biotech büßte im dritten Quartal in Franken 6,3 Prozent ein, was für Euro-Anleger einen Wertverlust von 9,5 Prozent bedeutete. Seit Jahresanfang erwirtschaftete die Gesellschaft für die Aktionäre aber eine positive Gesamtrendite von 13,8 Prozent in Franken beziehungsweise 25,6 Prozent in Euro und damit deutlich mehr als der breite Markt.

Biotech-Sektor kurzfristig unter Druck

Die schwierigen Aktienmärkte und Sorgen über branchenweite Preiskontrollen für Arzneimittel waren die Hauptgründe für die deutliche Korrektur bei Biotech-Aktien. „Nachdem die Biotech-Märkte die Turbulenzen an den Finanzmärkten dank der anhaltend starken Geschäftsentwicklung, der M&A-Aktivitäten und einem positiven Sentiment zu Gunsten wachstumsorientierter Aktien zunächst noch recht gut überstanden hatten, geriet der Sektor ab Mitte September kräftig unter Druck“, berichtet Dr. Daniel Koller, Head Management Team von BB Biotech. Die Aktien mussten binnen zwei Wochen infolge einer erneuten Debatte über die Regulierung der Arzneimittelpreise in den USA durchschnittlich über 20 Prozent abgeben.

Die zum Teil deutlichen Kursrückgänge bei den Hauptbeteiligungen von BB Biotech schlug sich negativ auf die Quartalsbilanz nieder. Im dritten Quartal 2015 erlitt BB Biotech einen Verlust von 575 Millionen Franken, nachdem in der gleichen Vorjahresperiode noch 483 Millionen Franken Gewinn erwirtschaftet wurden. Für die ersten neun Monate des Jahres bedeutet das einen Gewinn nach Steuern von 141 Millionen Franken.

Der innere Wert der Aktie (NAV), also der Wert aller Beteiligungen, legte seit Jahresbeginn um 3,7 Prozent in Schweizer Franken beziehungsweise 14,4 Prozent in Euro zu. Dabei ist die Barmittelausschüttung in Höhe von 11,60 Schweizer Franken je Titel berücksichtigt.

Kursniveau für Zukäufe genutzt

„Wir halten das Ausmaß der Kurskorrektur für übertrieben“, sagt Koller. Die Beteiligungsgesellschaft hat das tiefe Kursniveau genutzt, um ihre gesamte Cash-Position, die sich Ende Juli auf ungefähr 200 Millionen Franken belief, in ausgewählte Titel zu investieren. Der Großteil floss in bestehende Positionen von attraktiv bewerteten Large und Mid Caps, ein kleinerer Teil in zwei neue Beteiligungen – Esperion und Prothena. „Beide Unternehmen fügen sich gut in unsere Strategie ein, den Anteil von Mid Caps im Portfolio auszubauen“, erläutert Koller.

Insgesamt sieht sich BB Biotech für die Zukunft gut aufgestellt: Ungeachtet der Volatilität an den Märkten haben die Portfoliounternehmen neue Produkte auf den Markt gebracht wie auch positive klinische Studienresultate erzielt. Außerdem ist mit weiteren Zulassungen zu rechnen.

Positiv stimmt auch die Struktur und Ausgewogenheit des Anlageportfolios. Das diversifizierte Portfolio besteht in der Regel aus 20 bis 35 Unternehmen. Der Fokus der Beteiligungen liegt auf börsennotierten Gesellschaften, die sich auf die Entwicklung und Vermarktung innovativer Medikamente konzentrieren, die auf einen ungedeckten medizinischen Bedarf abzielen.

Auch kleinere Titel im Fokus

Neben großen etablierten Unternehmen sind im Portfolio auch Mid Caps enthalten, die gut positioniert sind, um sich in Zukunft zu Großunternehmen mit nachhaltigem Gewinn und Umsatz zu entwickeln. „Hinzu kommen kleinere Titel mit attraktiven Pipelines, die zu künftigen Mid Caps avancieren könnten“, erläutert Koller.

„Unsere Anlagestrategie zielt weiterhin darauf ab, zum einen Bereiche mit einem hohen ungedeckten medizinischen Bedarf zu erkennen, der dank intensiver Forschungs- und Entwicklungsbemühungen durch innovative Neuprodukte abgedeckt werden kann. Und zum anderen gut geführte Unternehmen zu identifizieren, die attraktive Renditen für die Aktionäre von BB Biotech abwerfen“, sagt Koller.