BB Entrepreneur Europe Europa: Auf der Suche nach einer Richtung

Birgitte Olsen, Portfolio Managerin BB Entrepreneur Europe

Birgitte Olsen, Portfolio Managerin BB Entrepreneur Europe

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Angesichts der anhaltenden, jedoch sehr langsamen Erholung Europas sowie der negativen Stimmung infolge geopolitischer Krisen in der Ukraine und im Irak präsentierten sich die Aktienmärkte im Juni volatil und auf der Suche nach einer Richtung. Der Stoxx Europe 600 TR Index gab letztendlich 0,5 Prozent nach. Europas Sektoren mit der besten Performance waren Öl und Gas, Gesundheit, Grundstoffe und Versorger, während zyklische Branchen, insbesondere Banken, Auto, Reise und Freizeit sowie Industrie, sich als die größten Verlierer erwiesen.

Der Fonds büßte im Juni 2,3 Prozent (EUR / B-Anteile) ein und verfehlte damit seinen Referenzindex um 1,8 Prozent. Die größten Verluste bescherten die Positionen in eDreams (-49,5 Prozent), JC Decaux (-6,8 Prozent) und Sonae (-6,8 Prozent). Das spanische Online-Reiseportal eDreams, das erst im April 2014 an die spanische Börse ging, schockierte den Markt während einer Telefonkonferenz zu den Finanzzahlen 2013, in der es auf den massiven neuen (!) Gegenwind in seinen Kernmärkten hinwies. Wie zum Beispiel aggressivere Preise seitens kleinerer Anbieter, stärkere Konkurrenz durch Metasearch-Unternehmen oder Googles jüngste Algorithmus-Änderung. Das Unternehmen korrigierte entsprechend seine Wachstums- und Gewinnprognosen für die kommenden Quartale nach unten.

Nur zwei Monate nach dem Börsengang war dies eine negative Überraschung. Das Management verlor in unseren Augen dadurch seine Glaubwürdigkeit, sowohl in kommunikativer als auch in ethischer Hinsicht. Innerhalb weniger Tage halbierte sich der Kurs der Aktie. Wir entschieden uns, die Position zu veräußern, was sich mit 72 Basispunkten negativ auf die relative Performance niederschlug.

Avancen zum Weltmarktführer

JC Decaux und Sonae litten im Juni unter vorübergehenden Rotationen aus dem Mediensektor und den europäischen Peripheriestaaten. Wir halten die fundamentale Qualität der Unternehmen jedoch weiterhin für intakt. Auf der positiven Seite stachen Novo Nordisk (+8,1 Prozent), Carlsberg (+3,1 Prozent) und Dufry (+10,4 Prozent) hervor. Die Performance von Carlsberg spiegelte die nachlassenden negativen Währungseffekte wider, vor allem beim russischen Rubel, sowie die übertriebene Korrektur nach Ausbruch der Ukraine-Krise. Dufry, unser jüngster Neuzugang, reagierte äußerst positiv auf die verkündete Übernahme von Nuance Group, durch die Dufry zum klaren Weltmarktführer im Duty-Free-Einzelhandel mit einem Marktanteil von 15 Prozent avanciert.

Positionierung und Ausblick

Draghis Entscheidung, den Banken weitere 400 Milliarden Euro bereitzustellen, und die anhaltende konsequente Verringerung der Finanzierungskosten sollten europäische Finanzinstitute in die Lage versetzen, größere Risiken aufnehmen zu können. Mittelfristig sollte dies eine Wende beim langjährigen negativen Kreditvergabetrend herbeiführen. Gemeinsam mit der besseren globalen wirtschaftlichen Dynamik (USA, China) stützt dies unsere Annahme, dass die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und privaten Haushalte zunimmt, was unsere zyklische Sektorausrichtung aus Top-Down-Perspektive unterstreicht.