BB Global Macro „Wir haben unser Portfolio an die steigenden Anleiherenditen angepasst“

Janet Yellen, Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve | © Getty Images

Janet Yellen, Vorsitzende der US-Notenbank Federal Reserve Foto: Getty Images

Der BB Global Macro (Lux) von Bellevue Asset Management ist ein Absolute-Return-Fonds, dessen Manager es sich zum Ziel gesetzt haben, unabhängig vom Marktumfeld Renditen von fünf bis sieben Prozent jährlich zu erzielen. Das Team investiert weltweit aktiv in mehrere Anlageklassen und bedient sich dabei Top-Down-Strategien. Das Risikoprofil ist klar definiert und wird durch die Portfoliomanager als mittelhoch eingeordnet.

Im Januar verzeichnete der Fonds einen Verlust von 0,5 Prozent bei einer realisierten Volatilität von 4,4 Prozent. Ähnlich erging es auch den Vergleichsindizes: Der MSCI World Equity Index fiel um 0,2 Prozent, der JPM Government Bond Index Global verlor 1,4 Prozent, der GSCI Total Return Index gab 3,9 Prozent nach (jeweils in Euro).

Anleiherenditen sind gestiegen

Der Wertverlust im Januar geht hauptsächlich auf das Konto der 13-prozentigen Position auf zehnjährige italienische Staatsanleihen. Diese bescherten ein Minus von 0,4 Prozent. Denn: Weltweit steigende Zinsen und erneute politische Sorgen in Italien haben die Renditen italienischer Anleihen nach oben getrieben. Vor diesem Hintergrund ist die robuste Performance in den letzten 6 Monaten umso erfreulicher.

Unser Portfolio setzt stärker auf Staatsanleihen und hat eine längere Laufzeit als andere Fonds der Vergleichsgruppe. Daher macht uns ein Zinsanstieg mehr zu schaffen. Bei den Anleiherenditen kam es über die letzten Monate zu einer deutlichen Korrektur. So haben sich die Renditen zehnjähriger US-Treasuries seit Juli 2016 von 1,3 Prozent auf 2,6 Prozent verdoppelt, während die Renditen kurzfristiger italienischer Staatsanleihen (BOT) von 1 Prozent auf 2,4 Prozent stiegen.

Ungeachtet dieses ungünstigen Umfelds war die Wertentwicklung des Fonds seit Juni 2016 leicht positiv. Wir haben unsere Positionen angepasst – die Korrektur bei den Anleihekursen spiegelt sich inzwischen in unserem Anleihenportfolio wider. Dessen geschätzte Rendite, die unter Berücksichtigung der Steigung der Zinskurve berechnet wird, liegt über ein Jahr bei 4,5 Prozent.

Defensive Staatsanleihen favorisiert

In unserem letzten Marktrückblick stellten wir Folgendes fest:

a) Die Volkswirtschaften der Industrieländer sind im Aufwind. Das belegen die Einkaufsmanagerindizes (PMI) als wichtige Frühindikatoren in den USA, Großbritannien, der Eurozone, Japan, Australien und der Schweiz.

b) Der Inflationsdruck in Industrieländern steigt. So wächst beispielsweise die Geldmenge in den USA seit mehreren Monaten über 7 Prozent. Das gibt der US-Notenbank Federal Reserve mehr Spielraum für eine stärkere Straffung ihrer Geldpolitik.

Diese Entwicklungen sprechen für Aktien und gegen Staatsanleihen von Industrieländern. Andererseits ist die aktuelle technische Situation stark polarisiert. Die Untergewichtung von Staatsanleihen, Übergewichtung von Aktien und Übergewichtung von US-Dollar-Positionen sind derzeit extrem ausgeprägt. Wenn hier eine Normalisierung einsetzt, könnte dies zu einer starken Gegenbewegung führen.

Deshalb gehen wir auf Nummer sicher und halten an der Übergewichtung bei defensiven Staatsanleihen fest, allen voran US-Treasuries. Wir investieren gegenwärtig zu 110 Prozent in langfristigen Staatsanleihen, insbesondere US-Treasuries mit einer Laufzeit von sechs bis sieben Jahren. Unternehmensanleihen machen 14  Prozent in unserem Portfolio aus, während Aktien – vornehmlich aus Europa und Japan – zwanzig Prozent unserer Titel ausmachen. Wir sehen ein  Abwertungspotenzial bei der chinesischen Währung und haben im Januar daher unsere Short-Position auf den Renminbi um 7,4 Prozent erhöht.