BB Medtech Gesundheitswesen im Umbruch: Medizintechnik als Zukunftsbranche

Portfolio Manager Marcel Fritsch (l.) und Stefan Blum

Portfolio Manager Marcel Fritsch (l.) und Stefan Blum

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Seit 2008 erzielte der Medizintechniksektor eine Outperformance von 24,5 Prozent und dies stetig in vier von sechs Jahren. Auch in einem sehr starken Börsenjahr 2013 vermochte der Medizintechniksektor mit einer Performance von 21,1 Prozent mit dem Gesamtmarkt (MSCI World Net) mitzuhalten. Generell zeigt der Medizintechniksektor eine stetige Performance und neigt in einem schwierigen Marktumfeld zur Outperformance.

Beschleunigung von Umsatz- und Gewinnwachstum lockt neue Investoren an

Während 2012 für die Medizintechnikunternehmen das Jahr der Marktstabilisierung war, dominierte 2013 die breit abgestützte Wachstumsbeschleunigung in den reifen Märkten der Kardiologie und Orthopädie. Auch für 2014 (und 2015) sind die Aussichten des Medizintechniksektors äußerst vielversprechend. Wir erwarten, dass sich die positiven Fundamentalfaktoren – stabiles Umsatz- und überdurchschnittliches Gewinnwachstum – noch weiter akzentuieren und die Medizintechnikaktien 2014 neben den defensiven Eigenschaften auch ihr Outperformance-Potenzial nutzen können.

Wir rechnen für 2014 und 2015 mit einer weiteren Wachstumsbeschleunigung, getrieben von einer Normalisierung der Patientenzahlen und einer Vielzahl von innovativen Produkteinführungen. Während wir für 2014 bedingt durch Produkteinführungskosten nur eine leichte Verbesserung bei der Ertragskraft erwarten, dürfte das Folgejahr mit zusätzlichen Margenverbesserungen zu einem überdurchschnittlichen Gewinnanstieg führen.

Zusätzlich rechnen wir mit maßgeblichen Kursimpulsen durch sich akzentuierende M&A-Aktivitäten, positive Zulassungsentscheide der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) sowie der Bekanntgabe neuer vielversprechender Produktentwicklungsprojekte der Unternehmen.

«Industrialisierung des Gesundheitswesens» eröffnet vielversprechende Investmentchancen

Ähnlich der Autoindustrie vor 25 Jahren erfährt die Gesundheitsindustrie gegenwärtig auf allen Ebenen dramatische Veränderungen. Krankenhäuser müssen das finanzielle Risiko der Behandlung mittragen, was eine Konsolidierungswelle sowie Prozess- und Beschaffungsoptimierungen auslöst. Wie damals die ERP-Systeme (zum Beispiel SAP) spielt auch heute Healthcare-IT-Software eine wichtige Rolle.

Auf Zulieferseite, also bei den Medizintechnikanbietern, führt das zu vergleichbaren Entwicklungen: Tier-1-Anbieter liefern ganze Systeme und werden zum Dienstleistungs- und Outsourcingpartner. Beispielsweise hat das weltgrößte Medizintechnikunternehmen Medtronic damit begonnen, für Krankenhausketten Katheterlabore zu bauen, zu unterhalten und zu betreiben. Das bedeutet: Medtronic verkauft als «Shop-in-Shop» dem Krankenhaus zu Fixpreisen «All inclusive»-Herzschrittmacher- und Transkatheterherzklappen-Operationen und übernimmt damit auch die Verantwortung für das klinische Ergebnis.

Wie in der Automobilindustrie entwickelt sich so über die Zeit eine enge Partnerschaft mit einer langfristigen Kompetenzverlagerung zum Tier-1-Zulieferer. Andererseits sind die kleineren Unternehmen, die Tier-2/3-Subsystem- und Komponentenzulieferer, einem drastischen Preisdruckanstieg ausgesetzt und können nur dank stetiger Innovationen langfristig bestehen.

Konservativer und von Vorsicht geprägter Anlagestil

Besonderes Kurspotenzial sehen wir für Large Caps, welche vom Umbruch im Gesundheitswesen profitieren und ihre Größenvorteile ausspielen können. Außerdem setzen wir auf wachstumsstarke und innovative Small- und Mid-Cap-Unternehmen, deren Aktienkurse von verstärkten M&A-Aktivitäten profitieren dürften. Ein weiterer Investitionsfokus liegt auf Unternehmen mit großem Umsatzanteil in den aufstrebenden Märkten, welche bereits 50 Prozent des globalen Wachstums generieren.

Generell verfolgen wir einen konservativen und von Vorsicht geprägten Anlagestil, den wir trotz der allgemein euphorischen Stimmung an den Aktienmärkten und potenziell geringerem Interesse an hohen Dividendenrenditen beibehalten, und investieren weiterhin schwergewichtig in solide finanzierte Unternehmen mit hoher Free-Cash-Flow-Rendite.