BCA: „Produktrenner werden Aktienfonds, Krankenzusatz- und Pflegeversicherungen“

Oliver Lang, BCA

Oliver Lang, BCA

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DAS INVESTMENT.com: Stichworte: Konsolidierung, kritische Größe, Nischenpools - wie sehen Sie die Poollandschaft in Deutschland in fünf Jahren?

Oliver Lang: In einem anhaltend volatilen Marktumfeld spielen Maklerpools als Mittler zwischen den Produktanbietern aus dem Investment- und Assekuranzsektor sowie den Qualitätsvermittlern eine zunehmend immer wichtigere Rolle. Wir sehen aufgrund der erweiterten gesetzlichen Regelungen sowie des neuen Paragrafen 34f der Gewerbeordnung fundamentale Auswirkungen auf die Finanzvermittlungs- und Pool-Landschaft in den nächsten Jahren zukommen. Durch diese Regulierungsänderungen erwarten wir eine umfassende Marktkonsolidierung.

DAS INVESTMENT.com: Wer bleibt übrig?

Lang:
Überleben werden in erster Linie die Makler, die mit hoher Professionalität ihren Betrieb führen. Viele selbstständige Makler sind sich immer noch nicht bewusst, wie durchgreifend die Auswirkungen auf ihre Berufsausübung sein werden. Nischenpools dürften in absehbarer Zeit weiter an Bedeutung verlieren. Vollsortimenter, wie die BCA, werden dagegen an Einfluss gewinnen.

DAS INVESTMENT.com: Wo sehen Sie ihr Alleinstellungsmerkmal?

Lang:
Die BCA hat sich auf eine Drei-Säulen-Strategie fokussiert, mit den Kerngeschäftsfeldern Investment- und Versicherungsbereich sowie der BfV Bank für Vermögen. Damit kann die BCA AG flexibel auf die jeweiligen Geschäftsmodelle ihrer Partner reagieren. In den Bereichen Investment- und Versicherungsvermittlung sind dies in erster Linie die Abwicklungsplattform für Beratungsleistungen der Vermittler, die unter die Gewerbeordnung fallen (Paragrafen 34c, künftig 34f und d). Die BfV Bank für Vermögen bietet als Wertpapierhandelsbank das Haftungsdach für Anlageberatung und die Anlage- und Abschlussvermittlung an, sowie standardisierte vermögensverwaltende Lösungen. Insgesamt hebt sich die BCA mit ihrer Drei-Säulen-Strategie klar gegenüber den Mitbewerbern ab.

DAS INVESTMENT.com: Inwiefern?

Lang:
Es gibt derzeit kaum einen Pool am deutschen Markt, der als Investment- und Versicherungspool auch eine nationale Haftungsdachlösung in Form einer Wertpapierhandelsbank anbietet. Die BCA als Vollsortimenter sieht sich im Investmentbereich im direkten Wettbewerb mit anderen, teilweise reinen Investment-Pools. Die breit gefächerte Angebotspalette der BCA über eine Vielzahl von Plattformen und Depotstellen bietet dem freien Vermittler ein weites Produktuniversum an Investment- und Versicherungslösungen an. Die BCA versteht sich als neutraler, transparenter, in seiner Geschäftsstrategie unabhängiger Partner des Maklers.

DAS INVESTMENT.com: Welche Rolle spielt die viel diskutierte Unabhängigkeit eines Pools? Ab welchem Ausmaß der Beteiligungen von Produktgebern ist diese gefährdet?

Lang:
Die BCA bietet ein gutes Beispiel dafür, dass auch die Beteiligung von fünf Versicherungsgesellschaften mit jeweils 9,99 Prozent unsere Unabhängigkeit und somit die Unabhängigkeit unserer Partner gewährleistet. Keiner der Aktionäre besitzt eine Mehrheit. Selbstverständlich arbeiten wir mit unseren Aktionären auch auf der Produktseite vertrauensvoll zusammen, aber mit sehr vielen anderen Versicherern und Investmentgesellschaften ebenso. Unsere Aktionäre lassen keinen Zweifel daran, dass wir im Unternehmen selbstständig entscheiden können, mit wem wir auf der Produktseite zusammenarbeiten und was wir anbieten wollen. Wir wollen für unsere Partner das beste Angebot zur Verfügung stellen.

DAS INVESTMENT.com: Wo würden Sie aus Sicht des Pools die Regulierungsmaßnahmen von Berlin und Brüssel anders handhaben?