BCA-Vorstände über Digitalisierung Datenverarbeitung ist wichtiger als Makler-Apps

Christina Schwartmann, IT-Vorstand beim BCA

Christina Schwartmann, IT-Vorstand beim BCA

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Versicherungs-Apps, die dem bisherigen Berater die Maklervollmacht entziehen und diese auf den App-Anbieter übertragen, sind derzeit eines der größten Ärgernisse in der Beratungsbranche. Das wurde beim diesjährigen Pressedialog des Maklerpools BCA deutlich. Die Veranstaltung drehte sich um die Frage, welchen Einfluss Digitalisierung auf das Maklerprofil der Zukunft ausüben wird.

„Bewertungen werden häufiger gelesen als die AGBs“

Den Versicherungs-Apps, die von den Nutzern Maklervollmachten erschleichen, prophezeit BCA-Chef Oliver Lang keine große Zukunft. Dass diese derzeit so nachgefragt werden, liege zu einem großen Teil daran, dass den Kunden die Vollmacht-Übertragung gar nicht bewusst ist. Schließlich sei der Hinweis darauf oft in den AGBs versteckt, die von den Nutzern nicht immer sorgfältig und komplett durchgelesen werden. 

Dies werde sich aber bald ändern, meint Lang. Denn auf verschiedenen Online-Plattformen häufen sich negative Bewertungen, die auf diesen Umstand hinweisen und die potenziellen Nutzern auf die Konsequenzen - etwa im Schadensfall - hinweisen. „Und Online-Bewertungen werden viel häufiger gelesen als die AGBs“.

Für Makler wäre das eine gute Nachricht. Im Offline-Geschäft müsse der Berater viel Überzeugungsarbeit leisten, um an eine Vollmacht zu kommen, heißt es von der Maklerseite. Es könne nicht sein, dass dies im Online-Geschäft ausschließlich dadurch gelingt, dass der Anbieter den Hinweis auf einen Wechsel geschickt in den AGBs verstecke. 

Einige Maklerpools begegnen der neuen App-Konkurrenz damit, dass sie selbst Vertragsverwaltungs-Apps für ihre Makler auf den Markt bringen. Für Lang keine gute Idee. „Vertragsverwaltungs-Apps sind nicht zielführend“, sagte er bereits Ende vergangenen Jahres im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com. Lang schließt zwar nicht aus, dass BCA mittel- bis langfristig ein solches Produkt anbieten könnte. Derzeit genieße aber die Konzeption einer solchen App keine hohe Priorität. Schließlich gebe es dafür kaum Nachfrage seitens der Makler.