BdV-Chef über Zinszusatzreserve „Zwangsumlage, die der Lebensversicherung das Genick bricht“

BdV-Chef Axel Kleinlein

BdV-Chef Axel Kleinlein

Durch die Zinszusatzreserve werden dem Überschusssystem Milliarden entzogen, den Verbrauchern vorenthalten und verhindern so eine rentable Altersvorsorge. Nun ergab die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion „Die Linke“, dass dieser Reservetopf im Jahr 2016 auf eine Höhe von 44,1 Milliarden Euro angewachsen ist. Der BdV fordert daher von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) dringend für eine Lockerung der gesetzlich vorgeschriebenen überzogenen Reservebildung zu sorgen.

Die Zinszusatzreserve, zu deren Bildung die Unternehmen seit 2011 verpflichtet sind, soll Niedrigzinsphasen ausgleichen und so die garantierten Zinserträge der Kunden über viele Jahre hinweg langfristig sichern. Für Verträge mit einem hohen Garantiezins werden dazu Reserven beiseitegelegt, um später die regelmäßige Zinserfordernis der Versicherungsunternehmen zu mindern. Somit werden die gutverzinsten Altverträge (von bis zu vier Prozent) auf Kosten der jüngeren Verträge subventioniert.

Bei einer Zinszusatzreserve in dieser Höhe handelt es sich um nichts anderes, als um eine Zwangsumlage, die den kapitaldeckenden Charakter der Lebensversicherung ad absurdum führt. Einer ohnehin schon schlechten und unrentablen Sparform wird durch schlechte politische Vorgaben das Genick gebrochen.