„Bei der Einführung von Entgelten gibt es keinen guten Zeitpunkt“

Peter Nonner

Peter Nonner

// //

DAS INVESTMENT.com: FFB will Listing-Gebühren einführen. Wie begründen Sie diesen Schritt?

Peter Nonner: Der Markt hat sich in den letzten Jahren dramatisch gewandelt, und die Anforderungen an uns als Fondsplattform sind deutlich gestiegen. Insofern wurde es notwendig, unser rund zehn Jahre altes Preismodell zu überprüfen und zu modifizieren. Im Detail sind die Gründe für die Einführung des Produktpartner-Pricings dabei vielschichtig.

Zum einen haben gesetzliche Anforderungen, wie beispielsweise die Bereitstellung der KIIDs, oder die Implementierung neuer steuerlicher Regelungen den Aufwand für Fondsplattformen erhöht. Ein weiterer Aspekt ist, dass viele Fondsgesellschaften bei der Neuauflage von Fonds in der Regel mehrere Shareklassen auflegen und diese pro forma bei Plattformen listen, auch wenn kaum Aussicht auf ein adäquates Fondsvolumen besteht. Dieses ist jedoch notwendig, da Plattformen stark von der Bestandsprovision abhängig sind und der administrative Aufwand für die Aufnahme eines Fonds ein Mindestbestandsvolumen notwendig macht, um ihn rentabel listen zu können. Eine Marge von beispielsweise fünf Basispunkten auf einen Bestand von einer Million Euro entspricht nur 500 Euro. Und von den rund 1.200 Fonds, die wir in den vergangenen 18 Monaten neu aufgenommen haben, besitzt nur ein kleiner Prozentsatz einen Bestand von mehr als einer Million Euro. Mit dem Produktpartner-Pricing wollen wir zu einer Selektion beitragen..

Der zentrale Punkt für die Neugestaltung unseres Preismodells ist jedoch, dass sich auch Fondsplattformen im Rahmen der Marktveränderungen und der regulatorischen Anforderungen neu ausrichten müssen, um ihren Kunden, also der unabhängigen Beratung, den Service bieten zu können, den sie künftig benötigen. Wir investieren massiv in die Weiterentwicklung und den Ausbau unserer Services.

DAS INVESTMENT.com: Trotzdem sehen viele KAG-Vertreter nicht ein, warum sie für den Service für Berater bezahlen müssen.

Nonner: Preise sind generell ein sensible Thema, aber die Reaktionen sind unterschiedlich. Viele Gesellschaften zeigen nach anfänglicher Kritik inzwischen Verständnis für unser Vorgehen und suchen mit uns das Gespräch. Ein Teil der Gesellschaften hat den Vertrag auch schon unterzeichnet. Dazu zählt auch unsere Muttergesellschaft Fidelity, die wie jede andere Fondsgesellschaft unser Angebot erhalten hat. Da in einigen anderen europäischen Ländern eine Listing-Fee üblich ist und unser neues Modell auch eine Obergrenze für die Entgelte vorsieht, hat Fidelity die Regelung ohne Probleme akzeptiert.