„Bei Gold und Silber erwarten wir 2013 neue Höchststände“

Fondsmanager Thomas Hellener

Fondsmanager Thomas Hellener

// //

Thomas Hellener ist Leiter Portfoliomanagement bei der VSP Financial Services und verwaltet zudem den VSP Sachwertfonds (WKN: A1JUAN)

DAS INVESTMENT.com: Rechnen Sie 2013 eher mit Inflation oder Deflation?

Thomas Hellener: Um das zu beantworten, muss man die Beweggründe der Politiker kennen. Denn die Europäische Zentralbank setzt auf negative Realzinsen und Geldschwemme zur Stabilisierung der Wirtschaft und Banken. Die Politik dagegen setzt auf Sparsamkeit und konterkariert damit die aktuellen Bemühungen der Zentralbank.

Zudem machen die europäische Wirtschaftskrise und der Bundestagswahlkampf 2013 ein Einknicken in Sachen Sparpolitik sehr wahrscheinlich. Die expansive Geldpolitik unserer vermeintlichen Währungshüter endet nicht dort, wo Deflation verhindert wird, sie ist darauf angelegt, Inflation zu schaffen. Denn ein durch die Notenbanken mit billigem Geld angefachter Aufschwung bleibt nur in Gang, wenn immer mehr Kredit und Geld zu immer tieferen Zinsen bereitgestellt und in Umlauf gebracht wird.

DAS INVESTMENT.com: Wie richten Sie daraufhin das Portfolio des VSP Sachwertfonds aus?

Hellener: Der klassische Vermögensverwaltungsansatz, Aktien für den Kapitalaufbau und Anleihen für die Kapitalabsicherung, greift in Zeiten hoher Staatsverschuldung, niedriger Zinsen und verzerrter Konjunkturzyklen zu kurz. Beim VSP Sachwertfonds verzichten wir daher gänzlich auf Anleihen. Das Kurssteigerungspotenzial von Anleihen guter Bonität ist bei sinkenden Zinsen stark begrenzt und die niedrigen Zinskupons können Verluste bei Sachwerten kaum kompensieren.

Beim Risikomanagement des VSP Sachwertfonds kommen daher Instrumente zum Einsatz, die bereits von institutionellen Investoren angewandt werden. Für die Portfolioabsicherung nutzen wir beispielsweise Volatilitätsindizes, denn speziell bei Aktienmärkten gehen starke Kursrückgänge häufig mit steigender Volatilität einher.

Darüber hinaus messen wir Fremdwährungen eine hohe Bedeutung bei. Währungen rohstoffreicher und politisch stabiler Regionen mit Zinsvorteil ziehen aktuell viel Kapital an. Zu nennen sind hier der Neuseeländische, der Australische und der Kanadische Dollar sowie die Norwegische Krone. Sie konnten seit 2011 am stärksten gegenüber dem Euro aufwerten.

DAS INVESTMENT.com: Wie hoch ist derzeit die Cashquote in Ihrem Fonds?

Hellener: Aktuell halten wir eine Cashquote in Fremdwährungen von rund 14 Prozent. Die realwirtschaftliche Lage, speziell in Europa, stützt die Kurssteigerungen der vergangenen Monate nur bedingt. Die Gefahr enttäuscht zu werden steigt und damit die Wahrscheinlichkeit von kurzfristigen Rückschlägen.

In Erwartung weiterer Lockerungen der Geldpolitik nutzen wir die Cashquote, um bei weiter nachgebenden Notierungen unser Aktien- und Sachwerteengagement günstig aufzustocken.