„Bei Kirchen scheitern ökologische Investments oft an der Umsetzbarkeit“

Hermann Klughardt

Hermann Klughardt

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DAS INVESTMENT.com: Immobilien und erneuerbare Energien sind die beliebtesten Investments institutioneller Anleger, so das Ergebnis einer Studie von Voigt & Collegen und Frontiers Management Consulting. Überrascht Sie das Ergebnis?

Klughardt: Ja und nein. Dass Immobilien bei institutionellen Anlegern sehr beliebt sind, habe ich erwartet. Schließlich sind sie eine konservative Anlageklasse, stehen für Sicherheit und sind den deutschen Großinvestoren bereits seit Jahrzehnten vertraut. Außerdem werden die größten Umsätze in der Beteiligungsbranche im Immobilien-Bereich erzielt. Überraschend war hingegen, dass erneuerbare Energien genauso beliebt waren.

DAS INVESTMENT.com: Und wie erklären Sie das?

Klughardt: Mit dem Umdenkens-Prozess in der Gesellschaft, der bereits seit einigen Jahren existiert und spätestens seit der Fukushima-Katastrophe und den darauffolgenden Atomausstiegs-Debatten noch weiter Fahrt aufgenommen hat. Auch die Investoren sehen nach und nach ein, dass die Zukunft den erneuerbaren Energien gehört.

DAS INVESTMENT.com: Und warum finden potenzielle Geldgeber ausgerechnet Solaranlagen am attraktivsten?

Klughardt: Weil sie relativ sicher zu kalkulieren und schwankungsarm sind.

DAS INVESTMENT.com: Auch in Deutschland?

Klughardt: Ja

DAS INVESTMENT.com: Wenn ich an die letzten Wochen hier in Hamburg denke, kann ich das nicht nachvollziehen.

Klughardt: Es ist aber so. Schließlich geht es nicht um Wochen oder Monate, sondern um längere Zeiträume. Wie der Energie- und Wetterdienst Meteocontrol errechnet hat, liegen die Abweichungen bei der Sonneneinstrahlung auf Jahresbasis bei plus/minus 13 Prozent. Nimmt man einen längeren Zeitraum von 20 Jahren, verringern sich die Abweichungen auf rund 2,5 Prozent. Bei Wind sind diese Werte wesentlich höher.

DAS INVESTMENT.com:
Es gibt aber auch andere alternative Energiequellen wie zum Beispiel die Geothermie, die von Investoren kaum beachtet werden.

Klughardt: Das liegt daran, dass es eine relativ neue Energiequelle ist. Es gibt so gut wie keine fertigen Anlagen, die als Beteiligung angeboten werden. Daher müssen Anleger in der Projektphase einsteigen, noch bevor die Anlage gebaut ist. Vielen ist das zu riskant.