Bei Top-Aktien KGV von 25 bis 30 möglich Anlagetipp von Bert Flossbach: Liquiditätspuffer – „auch wenn er schmerzt“

Bert Flossbach, Chef und Mitgründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch | © Jürgen Bindrim

Bert Flossbach, Chef und Mitgründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch Foto: Jürgen Bindrim

„Eine echte Zinswende ist trotz der vorsichtigen Straffung der US-Geldpolitik und möglicher Fiskalimpulse der US-Regierung unwahrscheinlich“, schreibt Bert Flossbach, Chef und Mitgründer der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, in seinem Kapitalmarktbericht für das 1. Quartal 2017.

Angesichts des weltweiten Schuldenbergs, der laut einer Studie des Weltverbands der Finanzindustrie 215 Billionen US-Dollar beträgt, würden Notenbanken unmöglich zur „normalen“ Geldpolitik zurückkehren können, erklärt Flossbach.

Wie 1998, aber doch anders

Daher drohe den Staatsanleihen zwar kein übermäßiges Verlust-Risiko. Angesichts ihrer extrem niedrigen Erträge sei dies aber nur ein schwacher Trost, erklärt der Vermögensverwalter. Daher gehe es nicht ohne Aktien.

Denn die Aktien-Bewertung seien in den vergangenen Jahren zwar sukzessive gestiegen, erklärt Flossbach. Daher sähen Aktien erstklassiger Unternehmen, deren Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oft bei über 20 liegt, auf den ersten Blick überbewertet aus. Allerdings hält es der Vermögensverwalter angesichts mangelnder Alternativen rein rechnerisch für möglich, dass Aktien ertragsstabiler Unternehmen mit hohen Dividendenausschüttungen auf KGVs von 25 bis 30 steigen.

Angesichts solcher Prognosen gibt sich Flossbach zwiegespalten. „Als wertorientierter Investor fällt es nicht leicht, solche Bewertungen zu akzeptieren“, schreibt er und vergleicht die gegenwärtige Situation mit der 1998, als für Aktien teilweise das 40-fache der Gewinne bezahlt wurde. Anders als damals gebe es heute aber wenig Alternativen. So bekamen Anleger damals für Bundesanleihen 5 Prozent Rendite.